FC Bayern München II.

FC Hansa Rostock

München gebucht und in Jamaika gelandet.

Zumindest was der schwarz-weiß gestreifte Zoni dafür hält. Mit dem Axel von Hof bis München. Insgesamt zwölf Stunden Zugfahrt. Fünf Euro eine Strecke, genauso günstig wie der Eintritt. Stehplatzkarte gebucht, und auf der Gegengerade gelandet. Im Zug scharmützelte der Schweriner, dass er den Rostockern nur zu gern unsere Herkunft stecken würde. Dazu später mehr.

Vorm ehemaligen Gästeblock, jetzt Heimstehbereich gaben sich 35 Security-Kräfte für vielleicht 15 Menschen in selbigem Block die Klinke in die Hand. Die Amateurfans sorgten dagegen tatkräftig selber dafür, dass ihr Block sauber blieb und verwiesen einen Mann mittleren Alters im Burghausen-Trikot mehrfach der Gegengerade.

Uns hielt jedoch keiner davon ab, mit unserer Stehplatzkarte im Sitzbereich einzuchecken. Leider war das vor Wochen noch salbungsvoll gepriesene Catering äußerst bescheiden und kassierte diesen Pluspunkt. Außerdem gabs nur Alkoholfreie Plärre. In der Schule gäbe es für den Mampf im Höchstfall ein Unbefriedigend. Nach 45minütiger Beschallung durch den Heimanhang suchte Mensch dann doch Zuflucht im Stehplatzbereich. Wirklich laute Unterstützung der Rot-Weißen… doch von Metrum scheint man noch nie etwas gehört zu haben. Der Höhepunkt des dazu noch mit abschreckendem Akzent vorgetragenen Supports ein: „Ha, Ho, He, Bayern Ahhmattöööörreeeehhhh“, dennoch absolut fair und im Vergleich zu den Rostockern einfallsreich und, ich hätte fast abwechslungsreich gesagt, doch das machte ein zwanzig-minütiger-Wechselgesang „FC Bayern – Amateure“ zunichte.

Wo wir schon mal bei den Rostockern sind. Mit 2000 wurde die offizielle Zuschauerzahl angegeben, da hat dann wahrscheinlich jeder Heimanhänger eine Dauerkarte für die Arroganzarena, denn 2000 entsprach vielleicht der Anzahl an anwesenden Hanseaten. Diese waren in Halbzeit eins ab und an recht laut. Daher Extra den Standpunkt gewechselt um den blau-weißen Anhang besser vernehmen zu können, doch in der zweiten Halbzeit passte sich der Support dem Spiel an. Feststehender Aufsteiger gegen feststehenden Absteiger. Da war ordentlich Zunder in der Partie… Die Anhänger des FCB II. präsentierten ein großes Herz und ein Transpi „Egal in welcher Liga – immer an eurer Seite“, was die Rostocker mit einem zaghaften „Schwule, Schwule“ begleiteten … überraschenderweise die einzige verbale Entgleisungen des Spiels. Nette Fahne der Rostocker: „Workless Class – Hansa Rostock und Hartz-IV – Ostdeutschland wir stehen zu dir“.

Nachdem der Stadionsprecher den Rostockern mehrfach und überschwänglich und unter Unmutsbekundungen der Bayern zum Aufstieg gratulierte, wurde schließlich verkündete, dass die Fans gemeinsam mit den Spielern auf dem Sechzger-Rasen würden feiern dürfen. Einige bahnten sich nach Abpfiff gleich Weg zur Gegengerade, was die Security herzlich wenig interessierte und lieferten sich einen Schlagabtausch mit dem Stadionzaun. Ein wenig Pyrotechnik veranlasste die Münchner dann den Wiederaufbau der Mauer zu fordern.

Dem Weg zur U-Bahn begingen wir mit den wenig amuseden FCB-Anhängern. Und schlagartig wurde der Schweriner unter der Drohung leise, ihn als Mecklenburger zu enttarnen. Hier sei nochmal gegen München gewettert. 2,50€ für so ein Drecksticket, das dann 180 Minuten gilt, also auch für die Rückfahrt zum Hauptbahnhof gereicht hätte, aber das ist verboten. Genauso wie Ringfahrten. Wer fährt 180 Minuten ÖPNV, wenn er nicht zurückfahren darf? Wahrscheinlich eine Kulanzspanne für Deppen die ihr Ticket zu früh entwerten und dann den Bahnsteig nicht finden ...

Bilder!