Dresdner SC 1898 - VfB Hellerau-Klotzsche
Schon vor Spielbeginn stand fest, dass Goalgetter Christian Heinrich aufgrund der Nachwirkungen des raubeinigen Auftretens der Weinböhlaer am letzten Spieltag nicht für die Startelf in Frage kommen würde.
Ansonsten in Bestbesetzung antretend, ging die Elf von Trainer Jens Flügel ungestüm in die ersten Hälfte. Denn kaum war das Spiel angepfiffen, holte sich Flügelflitzer Stefan Haase durchaus berechtigt die gelbe Karte ab. Als ob das nicht genug wäre, pfiff der Schiedsrichter in der 10. Minute einen durchaus vertretbaren Elfmeter. Nachdem Zwintzscher sicher für Hellerau verwandelt hatte, war die erste Hälfte gelaufen. Die geschockt wirkenden 98er vermochten es nicht, sich zwingende Torchancen zu erarbeiten und das Spiel plätscherte dahin. Selten konnte ein hauch von Gefahr vorm Gehäuse der Gäste erzeugt werden. Die beste Chance erarbeitete sich der im Sturm auf weiter Flur allein agierende Robert Gläsel, der sich gegen 2 Hellerauer durchsetzten konnte und aus 15 Metern deutlich übers Rechteck schoss. Die zweitgrößte Chance bot sich Christian Freudenberg, der mit einem Schüsschen von der Strafraumgrenze den Hüter der Gäste vor keine Herausforderung stellte.
Auch Hellerau lieferte keine überzeugende Leistung, hatte aber gegen die oft unsichere Innenverteidung des DSC zu oft zu leichtes Spiel und scheiterte nur am eigenen Unvermögen. Über einen höheren Halbzeitrückstand hätte sich keiner beschwerden dürfen.
Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. Christian Freudenberg setzt sich auf der linke Seite durch und flankt auf den Kopf des durchgestarteten Alexander Preißigers, der den Ball über den herausgeeilten Torhüter lupft. Der vollkommen überraschende Ausgleichstreffer sorgte wieder für Hoffnung auf den Rängen. Endlich zeigte der Sport-Club den nötigen Einsatz und Kampf, doch zwingende Torchancen sollten sich dabei dennoch nicht ergeben. Die größten Chancen verzeichneten einmal mehr die Hellerauer, doch deren Schüsse scheiterten meist am gut reagierenden Rene Groß oder am Aluminium.
Die mit zwei Platzverweisen eingeleitete Schlussphase hatte dann noch einmal Pfeffer. Zunächst scheitert der DSC mit einem Kopfball aus aussichtsreicher Position am herrausragend parierenden Schlussmann des VfB und im Gegenzug fällt das 1:2, zwar durchaus verdient, doch zum denkbar dramatischsten Zeitpunkt. Jeder im weiten Rund hatte sich mit einem Unentschieden abgefunden und hoffte insgeheim auf einen Siegtreffer des DSC, der sich in den letzten 10 Minuten, zum ersten mal im Spiel überhaupt, über einen längeren Zeitraum, zumindest optische Dominanz erarbeitet hatte. Das Gegentor fiel nach dem typischen Schema. Langer Ball in den Strafraum und während der Stürmer den Ball in aller Ruhe annehmen kann, steht die Defensive konsterniert daneben und schaut, wie der Ball aus kurzer Distanz im Gehäuse von Rene Groß einschlägt.
Ein erneuter Gegenstoß bleibt leider unbelohnt, denn Alexander Preißiger vergibt aus ähnlich erfolsträchtiger Position den Ausgleich. Die anschließende Ecke wird hoch in den Strafraum geschlagen, doch der nach vorn geeilte Groß segelt unter dieser hindurch und die folgende Flanke landet im Jenseits.
Am Ende ein hochverdienter Sieg des VfB Hellerau-Klotzsche! Welcher keinesfalls unbesiegbar aufspielte, die Flügel-Elf jedoch jede klare taktische Linie und den nötigen Siegeswillen vermissen ließ, um die drei Punkte im heimischen Ostragehege zu behalten.
Statistik:
Dresdner SC: Groß - Niederlein (46. Melchior), Baum, Mikolayczyk, Preißiger - Haase, Kaltofen, Steglich, Freudenberg (85. Kuon) - Wecker, Gläsel
Tore: 0:1 Zwintzscher (FE/10. Min), 1:1 Preißiger (48. Min), 1:2 Müller (90. + 1. Min)
Besondere Vorkommnisse: 79. Min rote Karte Melchior [DSC] (grobes Foulspiel), 81. Min gelb-rote Karte Jockisch [VfB] (wd. Foulspiel)
Zuschauer: 225



