1. Hauptrunde Landespokal Sachsen

Dresdner SC 1898 - FSV Krumhermersdorf

Aufgrund eines GFL-Matches der Dresdner Monarchs gegen die Brunswick Lions musste der Dresdner SC wieder aus dem eigens erbauten Stadion schwinden und auf dem abgelegenen Nebenplatz "Pie21 am Sprecherturm" antreten. Dort wollte zunächst der Mannschaftsleiter des Nachwuchsteams von Dynamo erzwingen, dass die "Stadion"musik ausgemacht wird, um in Ruhe die Niederlage gegen Lok Leipzig verfolgen zu können. Nix da! Mucke bleibt an. Dazu noch das elende Dreckswetter und garniert waren 127 Zuschauer im Windkanal und Feuchtbiotop Flutrinne Ostragehege...

Zu Gast war der Chemnitzer Bezirksligist FSV Krumhermersdorf. Aufstiegskandidat zur Landesliga Sachsen. Schnell wurde die technische und läuferische Überlegenheit der Westsachsen offensichtlich. Aus einer sehr gut gestaffelten Abwehr erspielten sich die FSVler immer wieder gefährliche Situationen und scheiterten zumeist an der eigenen Unfähigkeit zum zielgenauen Abschluß.

Der Dresdner SC suchte sein Heil in der Flanke. Und dies stellte sich als probates Mittel heraus. Mehrfach vergaben Andre Csobot und Tino Wecker guten Kopfballgelegenheiten. Csobot köpfte knapp daneben, während Wecker dem Torwart direkt auf die Brust zielte.

Die größte Chance allerdings vergab Alexander Preißiger. Eine weit geschlagene Flanke unterschätzte die weiß-rot gestreifte Hintermannschaft und eine Fußspitze konnte den Ball nur unmerklich abfälschen. Folglich stand Alex allein vorm Gästekeeper und hatte die Riesenchance zur Führung, doch der Hüter reagierte glänzend und parierte den Schuß.

In der zweiten Halbzeit waren Chancen über weite Strecken Mangelware. Der DSC erspielte sich nun leichte Feldvorteile, kam aber kaum zu zwingenden Chancen. Obwohl das Spiel von beiden Seiten mit viel Härte geführt wurde, verhinderte die Schiedsrichterin mit viel Fingerspitzengefühl, dass die Partie Feuer fing und in übertriebenen Einsatz umschlug.

Doch mit zunehmender Spieldauer traten die konditionellen Vorteile des höherklassigen Opponenten immer stärker zu Tage. Im Zweikampfe hatte die schwarz-rote Defensive mehrfach das Nachsehen und konnte nur durch Fouls abhilfe schaffen. Zunächst schlug sich dies auch in einem kleinen Hagel an gelben Karten nieder. Wiederum ist der Schiedsrichterin zu danken, dass das Spiel komplett beendet werden durfte. Gab es doch einige strittige Szenen die lediglich mit gelb geahndet wurden, bei denen das Regelwerk sicherlich auch eine Rote Karte begründet hätte.

Außerdem kam es nun gehäuft zu gefährlichen Freistoßsituationen, die die Gäste jedoch konsequent in die Mauer droschen und im Nachschuß meist am gut aufgelegten Groß scheiterten, der auch heute wieder ein sehr, sehr sicherer Rückhalt war!!!

In den letzten Minuten zitterten sich die Rothemden in die Verlängerung. Höhepunkt in der 90. Minute war wieder die Unfähgkeit des FSV-Sturms. Der Linksaußen dribbelt sich durch mehrere Verteidiger und steht am Rand des Fünfmeterraums. Es fehlt der entscheidende Querpass zum einschußbereiten Stürmer und der kommt. Aus keinen fünf Metern muss der Ball nur noch konsequent über die Linie gedrück werden, doch der Ball segelt knapp am kurzen Pfosten vorbei.

Ein paar Weitschüße und sichere Entschärfungen später ist endlich Pause. Doch die konditionelle Nachsicht ließ kaum Hoffnung auf ein positives Ende aufkeimen. Doch plötzlich kommt es zur verdienten gelb-roten Karte für den Kapitän der Krumhermersdorfer. Es entwickelte sich ein munteres auf und ab. Und der FSV nutzt die größte Chance im Spiel zum 1:0. Aus 2 Metern drückt Noack in der 95. den Ball über den bereits am Boden liegenden Groß in die lange Ecke. Der Unmut einiger älterer Herren schlägt sich in Beleidigungen gegen die als verantwortlich ausgemachte Schiedsrichterin um. Als Rene Groß mehr Respekt gegenüber der Unparteiischen einfordert, muss ein neues Opfer her. Die scheinbar nicht arisch genug anmutenden Spieler des FSV müssen nun als "Zigeuner" beschimpft werden. Nach der Bitte dies zu unterlassen, mischt sich ein älterer Herr mit netter Thor Steinar Kleidung ein und meint den Stolz der Herrenrasse verteidigen zu müssen und bedauerd die Zustände des DSC als "Sammelbecken für Linke". "Wir in der Kleiderspende eingekleideten Zecken" dürften hier Niemandem vorschreiben was er zu äußern habe.

Die Äußerung, dass sein tolles Shirt den Gesamtwert unserer Kleidung bei weitem überträfe, spiegelt den niederen Horizont ausreichend wieder. Hoffentlich wird in Zukunft vom Hausrecht Gebrauch gemacht und solchen Leuten der Zutritt verwehrt, die der großdeutschen Vergangenheit nachtrauern. Welchen Stellenwert der DSC für ihn besitzt, machte er deutlich als er angesichts des sich anbahnenden schlechten Spielausgangs blitzartig das Gelände verließ.

Er sollte verpassen wie der DSC toll zurückfand, den Rückschlag wegsteckte und sich noch einige Großchancen erarbeitete. Dreimal segelte der Ball nur ein paar Centimeter am Gästekasten vorbei. Eine der sich zunehmend bietenden Überzahlkontersituationen nutzte Lenkrik in der 118. Minute zur Entscheidung. Eine grandiose, kämpferische Leistung einer DSC-Elf, die bisher auf keinen Neuzugäng zurück greifen kann und verletzungsbedingt auf Leistungträger Stefan Steglich verzichten musste. Angesichts dieser Leistung muss keinem für die Auftaktpartie gegen den Post Sportverein bange sein.

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Statistik:
Dresdner SC: Groß - Haase, Baum, Mikolayczyk, Forgber - Preißiger, Kaltofen, Freudenberg (71. Damm), Wecker - Heinrich, Csobot (57. Niese) 
Tore: 0:1 Noack (95. Min), 0:2 Lenkrik (118. Min)
Besondere Vorkommnisse: 93. Min gelb-rote Karte Kersten (wdh. Foulspiel)
Zuschauer: 127