Post SV Dresden
Dresdner SC 1898
Aller guten Dinge sind drei! Daher sollte es im dritten Anlauf endlich gelingen, bei zeitweise strahlendem Sonnenschein das wohl brisanteste Spiel der Bezirksklasse Dresden an der Hebbelstraße auszutragen. Manche würden es wohl als Derby bezeichnen. Vielleicht sogar als Westderby. Cotta gegen Friedrichstadt, Schwarz-Gelb gegen Schwarz-Rot, Vierter gegen Fünfter!
Die sportlichen Voraussetzungen bereits erwähnt, sei noch darauf hingewiesen, dass der Post-SV so etwas wie der Lieblingsgegner der Rothemden zu seien scheint. Nur gegen Fortuna Leuben wurde in den letzten Jahren der Bezirksklassenzugehörigkeit mehr Punkte, bzw. ein Punkt mehr geholt. Das heißt in Zahlen, man traf bisher in sieben Begegnungen aufeinander und davon verließ der DSC insgesamt sechs mal das Feld als Sieger, das Abbruchspiel nicht mitgerechnet und erzielte dabei dreizehn Tore und kassierte derer sechs.
Kaum am Sandstrand des Hebbelbades das Handtuch ausgeworfen, versenkte Christian H. freistehend nach "Machine"-Wecker-Eckball zum 1:0 oder o:1 für die Glorreichen. Nicht unbedingt berauschender aber konsequent zu Ende gespielter Offensivfussball der 98er dominierte die erste Hälfte und ließ die Post kaum zu Chancen kommen. Erneut eine Standartsituation brachte den Ausbau der Führung durch einen Weckerfreistoß, den Csobi gekonnt in die Cottaer Maschen köpfte. Die Weckerball-auf-Stürmerstirn-Kombi sollte sich in der zweite Hälfte als Finishing Move, Insider würden gar vom Signature Move sprechen, für den DSC herausstellen. Womit die erste Halbzeit für beendet erklärt ist, denn außer ein paar unfreundlichen Worten, die von Coaching-Zone zu Coaching-Zone waberten, blieb diese jene recht ereignislos.
Für die zweite Hälfte hatte sich das Trainergespann eine besonders fiese Taktik ausgedacht, denn bis zur 80. Minute verschanzte sich fast die komplette Sportclubmannschaft im eigenen 16er. Die Schwarz-Gelben fanden zu keiner Zeit die richtigen Mittel um den Mohnroten Abwehrriegel zu knacken und versuchten sich mit Fernschüßen, die unser starker Rückhalt allesamt, zumindest fast, parierte. Die 35 Minuten den Anschlußtreffer witternden Postler wurden nicht für ihre Bemühungen belohnt und der bereits erwähnte Signature Move versetzte den Cottaern den finalen Stoß. Eckball, Flanke, Tor, Tor, Tor versenkte Heino zwei Wecker-Eingaben abgezockt mit dem Schädel und nachdem durchaus sehenswerten Angeltreffer durch Spitzl stellte Pokorny postwendend(harhar) den alten Abstand wieder her. Ebenfalls mit dem Nischel nach ansehnlicher Weckervorarbeit.
Natürlich lockte das Spiel auch die Elite des intellektuellen Wortgefechts aus den Löchern. Der Gästeanhang legte mit einem überzeugend vorgetragenem "Ha, Ho, He, D S C" vor und wurde im direkten Konter mit einem kaum zu überbietendem "Hass und Tod dem DSC" in die Schranken gewiesen. Während die Friedrichstädter Jungs und Mädels an der überkommenen Taktik des Supporten der eigenen Mannschafts festhielten, sorgte der Heimanhang mit homophoben Gesängen und Hassparolen für die stimmungstechnische Entscheidung. Anerkennender Beifall wurde mit Aufforderungen zum Faustkampf bedacht, welchen wir aber aus mangelndem Selbstwertgefühl nicht nachkamen und uns lieber am berauschenden Kantersieg der Goldfüßschen aufrichteten.
Die Bilanz gegen den Post SV Dresden beträgt nun sieben Siege aus acht Spielen bei 18:7 Toren. Auf dem Heimweg durfte noch ein Gespräch eines Heimehepaars belauscht werden, welche enttäuscht konstatierten, dass "die paar Hanseln lauter Stimmung machen, als unser ganzer Block"! Guten Tag =D.
Anschließend ging es rasch und fix zum Wembleystadion des Stadtpokals an die Dobritzer Breitscheidstraße, um der Partie des elften Spieltags der Stadtliga der Frauen zwischen dem SV Eintracht Dobritz und der SpG Motor Trachenberger/Dresdner SC beizuwohnen. Beim Tabellenzweiten, dem "Verein im Dresdner Osten" und ich dachte immer, dass das die SG Striesen wäre, wollten unsere Mädels nach der knappen Heimniederlage gegen den Tabellendritten endlich mal Punkte gegen eine Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte erbeuten. Nach schlechter erster Hälfte und 1:0 Pausenrückstand glichen die Sportgemeintschaftlerinnen aus und gingen kurz darauf sogar in Führung. Dobritz kam jedoch zum Ausgleich und die Punkte wurden schiedlich, friedlich geteilt. Nächste Woche gastiert im heimischen Ostragehege eine Art Fussballspielvereinigung, die aktuellen Tabellenführerinnen, die das Hinspiel mit 3:2 knapp für sich entschieden.
Jedenfalls wurde der Punkt und vor allem Su's Burzeltag, die sich den Ausgleichstreffer selbst zum Geschenk machte, mit Sekt und Bier begossen. Außerdem gab es lecker, lecker Kuchen und gesungen wurde auch. Ein echter *jubel-jubel-freu-freu*-Sonntag.



