TSV Cossebaude
Dresdner Sport-Club
1:1 im Hinspiel, Ausgleich in der 94. Minute bekommen. Rechnung offen! Laut Rückrundentabelle auch ein echtes Spitzenspiel. Dritter gegen Zweiter, nach Gesamtsituation jedoch eher mau, Neunter gegen Vierter. Gerade eingetroffen, erste unschöne Nachricht. Auch im dritten Anlauf Besuch des saftig bawü-grün leuchtenden Rasens verwehrt. Statt eines ansprechenden, ja fast als Stadion zu bezeichnenden Areals wieder Spiel auf dem wenig an Reiz versprühenden Kunstrasen. Nachfrage beim Kassierer warum, mit nur „bei schönem Wetter“ oder so beantwortet.
Vielleicht rechneten sich die Gastgeber einen Vorteil auf dem Gummigeläuf aus. Doch wer den ersten Auftritt beim TSV im Gedächtnis hatte („Überragende Vorstellung des Dresdner SC in Cossebaude. Mit 6:2 siegt der DSC beim bisherigen Tabellenführer“ titelte damals die SZ) und das 5:1 auf dem Kunsthebbelrasen herbei kombinierte („Taktische Meisterleistung von DSC-Coach Lucic. Der Dresdner SC setzt sich im Stadtteil-Derby beim Post SV klar mit 5:1 durch“, ebenfalls der SZ entlehnt), verwarf schnell die Theorie und Mensch einigte sich einvernehmlich auf einen fehlenden Greenkeeper, der mal mit dem Mäher über den Rasen marodieren könnte.
Nächste Erkenntnis, Victor fehlt. Dafür Kasischke im Kasten. Um es vorweg zu nehmen, starke Leistung des DSC-Ersatzkeepers, der seine Premiere bei der Ersten in dieser Saison feierte. Nach und nach trudelte dann auch der Heimanhang am Spielfeldrand ein. Die eine Hälfte aus der distinguiert-honorigen Vereinsgastronomie, die anderen von der Tanke, wiederum andere hatten es sich gleich mit einem Tisch an der Tanke gemütlich gemacht und verzichteten auf den Komfort eines uneingeschränkten Sichtfeldes.
Das Spiel dagegen war so spannend wie das Emporwachsen eines Stalagmiten und plätscherte so vor sich hin, wie der Schweiß der dennoch bei sengender Hitze mit viel Einsatz spielenden Akteure. Hinten dicht lautete beiderseits die Parole. Und dass Tino gute Ecken schießt, schien sich auch bis in the hell of cosse herumgesprochen zu haben. Dass der fiese Wecker auch mit rechts flanken kann, hatte jedoch keiner auf dem Zettel, und dann noch aus dem Spiel heraus. Eiskalt verwandelte Csobi per Kopf in den Winkel.
In der zweiten Halbzeit bot sich keine spielerische Verbesserung, umgangssprachlich nennt der Fachkundige so etwas wohl Arbeitssieg. Spannend wurde es meist nur nach Schüssen der Heimmannschaft in die anrainende Ziegenweide, die zur Safari für den Torhüter wurde. „Torwart von Ziege gerissen“ oder „Torwart reißt Ziege“, hätte eine reißerische Überschrift gegeben.
Die heimische Rentnergang hingegen hatte das Spiel auf Beckenbauerniveau treffend analysiert und schimpfte „Rote, überall Rote“, wie 45 und als Heino elfmeterreif gelegt wurde, war klar „der is wohl och nen Rohder“, also der Schiedsrichter. Wecker erhöhte auf 3:0. Zwischenzeitlich hatten Heino und Freudi mal schnell die komplette Hintermannschaft schwindelig gespielt und eingenetzt. Diesmal ohne Zutun von „the Machine“.
Dank einer taktisch disziplinierten, starken Mannschaftsleistung brachte der DSC den TSVlern hochverdient die erste Rückrundenniederlage bei. Zu bemängeln bleibt die Unterstützung der mitgereisten Friedrichstädter, die sich zumeist im Duett versuchten … Leute, Leute! Natürlich kam es erneut zu unschönen Szenen. Gewalttätig semmelte Csobi den Ball in das Gesicht eines DSC-Fans, der hier nicht genannt werden möchte. Ein Lebenslanges Trauma aufgrund von massivem Bierverlust kann nicht ausgeschlossen werden. Der fiese Friedrichstädter Fanblock konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und muss weiter um sein moralisches Standing bangen, solche Fans will wirklich keiner!



