Dresdner Sport-Club

SpVgg Grün-Weiss Coswig

Am 30. April 2011 hatte der Dresdner SC zu seinem hundertdreizehnjährigen Bestehen geladen und es kamen immerhin 250 Partygäste, darunter DSC-Legende „Henne“ Lau und gut 30 Anhänger der Spielvereinigung aus Coswig. Zum Vorspiel vergeigte „die Zweite“ den 6-Punkte-Abstiegsgipfel gegen die SG Bühlau mit 1:5 und ist damit so sicher abgestiegen, wie Osama bin Laden tot. Nächstes Jahr also Stadtliga B.

Der Nachwuchs wird sich freuen, aber die Zweite von Laubegast musste schließlich in der zweiten Stadtklasse neu anfangen. Das Ende der Ära „stärkste Stadtliga der Welt“ kann also ein Neuanfang sein, um den Kaiser zu zitieren, wir werden sehen.

Die Bezirksklassentruppe des DSC benötigte gegen die grün-weißen Gäste unbedingt drei Punkte um weiter um den Aufstieg in die neue Bezirksliga Ost mitspielen zu können. Erneut musste Boris Lucic jedoch auf den verletzten Victor Janakiew verzichten und auch Stefan Steglich fiel verletzt aus, außerdem fehlte der Rot gesperrte Christoph Baum.

Die Fans hatten ihre Hausaufgaben gemacht und zum Einlauf gab es eine neue Fahne, Luftballons in Form von rosa Phallussymbolen, aluminierte Pappe in Kongruenz mit dem Alter des Dresdner SC und ein wenig Pyrotechnik [ist kein Verbrechen]!

Das Spiel an sich verlief nach einem Drehbruch ohne Höhepunkte und zwingende, d.h. klare Chancen waren Mangelware. Dem DSC fehlte es wie schon in Leuben an finaler Durchschlagskraft. Ende der zweiten Halbzeit fiel dann durch einem halbwegs ansehnlichen Freistoß das 1:0 für die Gäste, überraschend und nicht unbedingt verdient. Norman Teichmann hätte den Ball wahrscheinlich mit der Brust angenommen und mit einem Seitfallzieher den direkten Konter eingeleitet.

Sporadisch war auch der Support in der ersten Halbzeit. Weshalb in der zweiten Halbzeit die Trommel ausgepackt und die Mannschaft über 45 Minuten bedingungslos unterstützt wurde. Wirklich gute Stimmung in der zweiten Halbzeit. Christian „Robbery“ Freudenberg belohnte selbige mit einem sensationellen Ausgleichstreffer. Um mit Superlativen nicht zu geizen, sei dieses Tor als ultimatives Traumtor zu bewerten, denn im Stile eines Diego Armando Maradona tanzte Freudi von der Mittellinie bis zum Torhüter sämtliche Gegenspieler im Alleingang aus und schob den Ball in Messi-Manier am Schlussmann vorbei. Einfach geil, geil, geil!

Tino Wecker besorgte kurze Zeit später per Kopfball den verdienten Führungstreffer, doch der Linienrichter hatte am heutigen Tage einen Narren an seinem Wimpel gefressen und wedelte aus lauter Langeweile mit selbigem um seine Anwesenheit durch Abseitspfiffe des Referees bestätigen zu lassen. Mehrfach hatte der Linienrichter unsinnige Abseitsentscheidungen erzwungen. Der Unmut entlud sich in niveaulosen Hoyzer-Vorwürfen und der Forderung nach einem Auswechselschiedsrichter.

Einen Konter der Grün-Weißen verwandelte tragischer Weise Alex Preißiger per Eigentor zur erneuten Gästeführung, der in einen Eingabe grätschte. Der zum Einschuss bereite Gästestürmer hätte sicher vergeben.

Der DSC konnte gegen Ende nicht mehr zulegen und Andre Csobot holte sich nach einem Frustfoul in der Nachspielzeit noch eine Rote Karte ab und wird in den nächsten Spielen fehlen. Die Chance für Pokorny endlich Taten folgen zu lassen.

Boris Lucic lobte in der folgenden Pressekonferenz die Unterstützung der Fans als Spitze und versprach auch in der kommenden Saison dem DSC die Treue zu halten. Er möchte einen Schnitt machen und beteuerte, dass es so wie es zurzeit läuft nicht weitergehen kann. Außerdem versprach Lucic sechs Siege aus den verbleibenden sieben Spielen sowie den Aufstieg. Wobei die Chancen mit dem aktuellen Kader wohl eher mau sind und der Trainer zum nächsten Spiel bangt, dass er Elf Spieler zusammen bekommt.

Stellen wir uns also lieber auf kürzere Auswärtsfahrten ein!

Anschließend wurde noch ein Abschiedsspiel für Michael Damm ausgerichtet und abschließend bis zu später Stunde gefeiert.

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