Dresdner Sport-Club

SG Dynamo Dresden IV.

Wann hatte der DSC das letzte Mal gegen eine Dynamo-Mannschaft gewonnen? Genau, am letzten Spieltag der abgelaufenen Stadtliga-Saison gewann „die Zweite“ dank dreier Tore von Albrecht Mauersberger mit 3:2 auf dem Kunstrasen am Harbig-Stadion gegen den Stadtmeister und Stadtpokalsieger „die Vierte“.

Doch abgesehen vom Stadtpokalsiegerbesieger, wann gewann die erste Männermannschaft das letzte Mal gegen Dynamo? Ein dunkles Kapitel… denn lang, lang ist’s her. Am 20. Spieltag der Regionalliga-Saison 1998/1999 gewann der DSC im Stadtderby mit 1:0 gegen Dynamo Dresden. Gegen die Erste wohlgemerkt. Im folgenden Jahr endeten beide Duelle mit 2:2. Nachdem Wiederaufstieg der SGD endeten die Spiele der Saison 2002/2003 mit 0:0 und 0:1 aus DSC-Sicht.

Danach ging es erst 2004/2005 und 2005/2006 in der Landesliga wieder gegen Dynamo, aber nun gegen die Schwarz-Gelbe Reserve. Die vier Partien endeten 2:2, 1:3, 1:4, 1:6. In der darauf folgenden Saison begegneten die Rothemden nun nur noch der dritten Mannschaft, auch die beiden Partien wurden mit 0:1 und 1:3 verloren.

Hinzukommen ein Erstrundenspiel im Landespokal 2002/2003 0:1 (I.), ein Viertelfinale 2003/2004 0:2 (I.) und erneut ein Erstrundenaus in der Spielzeit 2006/2007 mit 0:2 (II.).

Mit dem Abstieg in die Bezirksklasse Dresden kam es drei Jahre lang zu keinem Aufeinandertreffen beider Vereine in einem Pflichtspiel. Nach der Stadtmeisterschaft von Dynamo IV. und dem verbundenen Aufstieg gastierte der DSC in dieser Saison erstmals wieder an der Lennéstraße. Heino brachte uns mit 1:0 in Front, doch dank mangelnder physischer Fitness verloren die Lucic-Schützlinge das Spiel aufgrund einer schlechten zweiten Halbzeit mit 1:3.

Am 27. Spieltag begrüßte der Dresdner SC nun die Vierte Mannschaft im heimischen Heinz-Steyer-Stadion. Die Vorzeichen waren klar, nur ein Sieg könnte die fast glimmende Flamme der Hoffnung auf einen einem kleinen Wunder gleichenden Aufstieg am Glühen halten. Kein leichtes Unterfangen. Schließlich reisten die Schwarz-Gelben als Tabellenzweiter in die Friedrichstadt und mit durchaus gestandenen Spielern im Gepäck. Hier zu nennen ist zum Beispiel Ronald Hamel. Der immerhin 40 Drittliga-Spiele für den DSC auf dem Buckel hat.

Vom Bezirksklassen-Kracher gelockt, hatte sich auf der Tribüne einiges an Prominenz unter die 181 Zuschauer gemischt. Unter anderem wurden Ignjac Krešić und Steffen Heidrich gesichtet. Und die bekamen nach sieben Minuten gleich eine Kostprobe Friedrichstädter Fußballkunst verabreicht. In Garsebach aus selbiger Position noch am Pfosten gescheitert, verwandelte Mr. T.no Wecker in der siebten Minute per direkte Ecke zum 1:0 für die Rothemden.

Da man es gewohnt ist, wie auch im Hinspiel, nach einer 1:0 Führung gegen die SGD gerne zu verlieren, wollte keiner dem Braten so richtig trauen. Doch keine 10 Minuten später erhöhte Christian Fußballgott II. „Heino“ Heinrich mit sensationeller Chancenverwertung innerhalb von 240 Sekunden auf 3:0. Augenreiben war angesagt, denn statt Spanischer Schmorgurke gab es eine fußballerisches Festessen. Führte der DSC nach 21 Minuten wirklich mit 3:0 gegen den Tabellenzweiten?

Nach der raschen Führung vergaben Heino und Freudi noch zwei weitere Riesenchancen, ehe die letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit eher gemütlich angegangen wurden. Doch erneut nach Wecker-Ecke war es Andre Csobot der per Kopf den alten Abstand herstellte und auf 4:1 einnickte. Was bedeutet, dass Plischke zwischenzeitlich das 1:3 erzielte.

In der Pause stellte Boris „Hannibal“ Lucic um. Mit Niko Kuon für Csobi wurde die Ausrichtung für die zweite Halbzeit deutlich defensiver. Ob das gut geht? Hatte der DSC vielleicht zu viel von seinem kosmischen Karma im ersten Durchgang verschleudert und würde nun des Fußballgottes Zorn zu spüren bekommen?

Doch das zweite Zweitel begann mit zwei Paukenschlägen. Zunächst Wecker und anschließend Ronald Hamel ließen das Gebälk mit zwei sehenswerten Freistößen in den Fundamenten erschüttern.

Dynamo war nun mit deutlicher Feldüberlegenheit am Drücker. Doch die mohnrote Hintermannschaft im galaktischen Edeldress rührte erfolgreich Zement an. Azad wurde konsequent gedoppelt und damit über die gesamte Spielzeit ausgeschaltet. Gezielte Konter sollten nun die endgültige Entscheidung bringen. Doch Heino wurde konsequent im Abseits erwischt. Doch nach Traumpass von Christian Fußballgott III. „Freudi“ Freudenberg klingelte es zum fünften Mal im schwarz-gelben Gehäuse. Heino führte mit seinem dritten Treffer die Entscheidung herbei.

In der 77. Minute gelang Sebastian Rosse mit seinem 13. Saisontreffer für die SGD noch Ergebniskosmetik, doch Pokorny überlief in der 89. Minute erneut nach Konter den Gästetorhüter, der gelangweilt nur noch die Dress&Co Litfasssäule mimte und schob lässig zum 6:2 Endstand ein. Pokorny war zuvor für den unter standing ovations ausgewechselten Christian Heinrich gekommen.

Auch sonst herrschte gute Stimmung auf den Rängen. Niko Kuon, der wieder eine starke Leistung ablieferte, wurde für seine Einzelaktionen euphorisch bejubelt! Selbst der Mannschaftsleiter der Gäste adelte die Kulisse als famos (siehe SäZ).

Während die Mannschaft mit den Fans feierte, schmunzelte Boris wahrscheinlich heimlich für sich: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“ Denn der sehr guten Mannschaftsleistung lag eine glänzende taktische Vorgabe zu Grunde. Die SäZ attestierte unseren Jungens bereits Bezirksligatauglichkeit. War dieser erste Sieg  gegen Dynamo seit 12 Jahren endlich die Wende? Geht es ab jetzt vielleicht bergauf?

Dafür muss unsere Truppe im nächsten Spiel in Großenhain erneut eine Spitzenleistung abrufen. Es wird versucht werden, eine gemeinsame Anfahrt per Bus zu organisieren. Wer Interesse hat, bitte im DSC-Forum oder mit einer Mail an info@intergalactic-jesters.de anmelden.

 

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