Dresdner Sport-Club
LSV '61 Tauscha
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Nach der Pflicht nun die Kür. Nie gedacht, dass ich diese Saison doch so viele Berichte produzieren würde. Aber das Treiben rund um die 1. Männermannschaft zwingt Einen gerade dazu, ihm warme Worte zu widmen. Denn nach 29 Spieltagen hat der Sport-Club immer noch eine Zini-Mini-Würstchen-Chance auf den Aufstieg. Und los geht’s.
Ohne groß recherchiert zu haben würde ich behaupten, dass sich heute erneut Historisches im Ostragehege abspielte. Nachdem die Queen zum gefühlten tausendsten Mal in ihrem Leben das alberne Rumgehampel ihrer Leibstandarte gelangweilt, „interessiert“ dazu der euphemistisch angehauchte Kommentar des ARD-Experten, zur Kenntnis nahm, trat der Dresdner SC 1898 zum ersten Mal zu einem Pflichtspiel auf dem Platz 6 an. Ebenfalls ein Novum: the Machine verwandelte eine Ecke per Direktabnahme. Freudenberg hatte geeckballt und Wecker zum Endstand eingenickt.
Zuvor erzielte ebenfalls der unglaubliche Wecker das 1:0, indem er per Vollspann den Nachschuss seines eigenen Schusses in die Maschen katapultierte. Ein Gästeverteidiger hatte unhaltbar abgefälscht. Zwischenzeitlich und nach Supersolo, gepaart mit traumhaftem Rückpass auf den sich frei laufenden, Fußballfreude versprühenden Freudi klingelte es erneut im Kasten.
Nach gefühlten 25 gespielten Spielminuten beendete der Schiedsrichter die erste Halbzeit. Keine 15 Minuten später wurde die Partie wieder angepfiffen. So war auch in der Endabrechnung recht zeitig Schicht im Schacht und der Ein oder Andere fluchte beim Bier holen des Weckers Kopfball verpasst zu haben.
Das Spiel an sich war recht arm an Höhepunkten und zeitig zeigte sich, dass die Punkte in der Friedrichstadt bleiben werden. Es war dementsprechend spannend wie die Fahnenübergabe und die Adelung der No. 1 Guard, die sogenannte „Escort for the Colour“ zur „Escort to the Colour“ und dem Royal Salute der Königin herself. Angepasst kurz daher der Spielbericht und lückenfüllend dazu die Exkurse zum „Trooping the Colours“.
Heino himself scheiterte ein paar Mal freistehend am glänzend aufgelegten Schlussmann der Himmelblauen. Womit der einzige Kritikpunkt formuliert wäre: es wurde zu wenig fürs Torverhältnis getan, was durchaus im Bereich des Möglichen lag.
Die Anspannung war vor allem nach der Partie und neben dem Platz zu spüren. Denn während des Spiels war klar, dass Freudentänze trotz Sieg vom Treiben auf den anderen Plätzen abhängen. Dergestalt auch der Support Marke „nicht vorhanden“. Seinen Beitrag leistete sicher auch Platz 6…
Bangen war angesagt, wie die anderen Kollegen gekickt haben. Mensch hätte sie quasi in Scheiben schneiden und an die vorbeiradelnden Radler verhökern können. Spannung im Überfluss, geschnitten oder am Stück?
Schnauze, ick will Bier. Als dann die ersten Ergebnisse die Runde machten, wich die Spannung der Enttäuschung. Alle Mannschaften hatten ihre Hausaufgaben erledigt oder sich bei Nelson auf dem Klo die Lösungen erkauft. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und verwies die Enttäuschung schnell des Platzes. Selbige ruht nun auf den Schultern unseres heutigen Gegners. Hoffentlich wird uns der LSV nicht enttauschen!
Ansonsten der Leitspruch an alle „Elbedampfer klauen und ab nach Meißen!!!“ Und für die, die beim SV Fortschritt nicht dabei sein können, heißt es auch am kommenden Sonntag wieder: „All ears on Sports-Club“, wenn der Bollerwagen-Kay, der Kent Breuckmann der Friedrichstadt, das Geschehen in die heimischen Wohnstuben zaubert.



