3. Ausscheidungsrunde Landespokal Sachsen
Dresdner SC 1898 - FV Dresden 06 Laubegast
Mit dem FV Dresden 06 Laubegast kam am heutigen Freitag, dem 06.08.2010, um 18.00 ein alter Bekannter ins heimische Heinz-Steyer-Stadion zu Besuch. Die dritte Ausscheidungsrunde für den sächsischen Landespokal hatte dem DSC ein durchaus attraktives Los beschert. Mit dem Bezirksligsten aus Ostdresden wartete ein Gegner den seit Jahren das selbe Schicksal ereilt wie unsere Verein.
Der Ostsachsenmeister von 1920 legte zu Beginn der "nuller" Jahre einen rasanten Aufstieg vom Bezirk in die Oberliga hin. 2001 gewann Dresden 06 das Double aus Bezirksmeisterschaft und Bezirkspokal, um im Jahr darauf die Sachsenmeisterschaft für sich zu verbuchen. Im zweiten Jahr der Oberligazugehörigkeit trafen die blau-gelben auf den aus der Regionalliga abgestiegenen DSC. Zwei mal, 3:1 und 2:3, mussten sich die Friedrichstädter geschlagen geben und stiegen ab, während die Laubegaster die Klasse hielten.
Im dritten Jahr Oberliga wurde der FV jedoch letzter und stieg ebenfalls in die Landesliga ab. Dort trafen sie erneut auf den DSC, welcher durch Insolvenz in die Bezirksliga abstieg. Im Hinspiel fertigten die 98er den FV 06 an der steirischen Straße mit 3:0 ab. Am Samstag, 27.05.2006 trafen beide Teams im Rückspiel das letzte mal in einem Pflichspiel aufeinander, welches mit 0:2 verloren ging.
Vor 66 Zuschauern wirkten damals im HSS mit Christoph Baum und Michael Damm nur zwei Spieler mit, die auch im aktuellen Landespokalaufgebot stehen, mit Manuel Kahlig wird hoffentlich ein weiterer bald dazustoßen.
Zur heutigen Partie hatten sich immerhin 183 Zuschauer im Ostragehege eingefunden, für Freitag Abend, bei miesem Wetter eine annehmbare Kulisse. Die Mehrheit der Anwesenden sahen sich in der Hoffnung verbunden, dass den Friedrichstädtern zum ersten mal seit 2006 wieder die Qualifikation für die 1. Hauptrunde des sächsischen Landespokals gelingen möge.
Die Tribüne schnell mit ein paar Fähnchen in schwarz-rot getüncht und zum Einlauf ordentlich geschwenkt ging die Partie auch schon los. Der FV 06 wurde schnell seiner Favouritenrolle gerecht und die Mannschaft vom Kompetenzteam Flügel/Lucic agierte aus einer sehr defensiv orientierten Grundausrichtung heraus.
Folgerichtig gingen die Laubegaster mit 1:0 in Führung. Doch nach dem Tor kam Zug in die Partie und es gelang dem DSC zunehmend Druck zu erzeugen. Bei einigen Eckbällen und Flanken offenbarten sich beim blau-gelben Keeper erste Unzulänglichkeiten. Schnell wurde klar, dass Distanzschüße erneut ein probates Mittel sein würden, um zum Erfolg kommen zu können.
Die laubegaster Abwehr hingegen konzentrierte sich auf eine destruktive Spielweise, woraus einige gute Standartsituation für die Rothemden entsprangen. Nach einer, eben jener Standartsituationen, erzielte Tino Wecker den verdienten Ausgleich. Mikolayzcyk tritt einen Freistoß lang in den Strafraum und Wecker verwandelt ansehnlich per Kopf. Danach schleppten sich beide Teams in die Pause.
Nach besagter Pause lieferte die schwarz-mohnrote Defensive eine katastrophale Vorstellung, es war keine Zuordnung mehr zu erkennen und die zweite, von drei hundertprozentigen Chancen, verwandelte Böhme in der 50. Minute zur erneuten Führung für die Ostdresdner.
Doch Stefan Haase packte in der 58. Minute einen sehr ansehnlichen 30-Meter-Hammer aus, knallte die Murmel ins Angel und egalisierte erneut den Rückstand. Langsam bekam sich die Abwehr der Rothemden wieder in den Griff, obwohl die Nullsechser bei Flanken gefährlich blieben und durchaus Möglichkeiten für eine erneute Führung besaßen.
Mit der Einwechslung Christan Freudenbergs gelang unserem Trainerteam ein Geniestreich! Denn mehrfach dribbelte sich Freudi durch die blau-gelbe Hintermannschaft und scheiterte zunächst am holprigen Geläuf, aufgrund dessen er den Ball in den Nachthimmel bugsierte. Doch in der 87. Minute schickte Stefan Steglich Christan Freudenberg auf dem rechten Flügel, mit einem sensationellen Steilpass in die Tiefe und Freudi zog direkt Richtung Fünfmeterraum. Jeder rechnete nun mit einem Querpass in den Rücken der Abwehr, stattdessen ließ er zwei Abwehrspieler aussteigen und schlenzte den Ball vorbei am Keeper in die lange Ecke! Sensationell!
Die Meute skandierte "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin" und zitterte, den der FVDL warf nun alles nach vorn. Doch der zweite Konter wurde in Überzahl perfekt ausgespielt und erneut Freudenberg lief allein auf Keeper Scheuermann zu, lässig versenkte er den Ball ins schwarz-mohnrote Landespokalglück! Ein geiles Spiel! Erleichterung und Begeisterung brach sich auf der Tribüne Bahn.
Damit steht der DSC in der 1. Hauptrunde des Landespokals und freut sich am nächsten Wochenende (Freitag 17:30 oder Samstag 15:00) einen Vertreter aus der Bezirskliga Chemnitz begrüßen zu dürfen. Am Sonntag spielen in Chemnitz der BSC Rapid und der FSV Krumhermersdorf aus, wer im Heinz-Steyer-Stadion beziehungsweise auf der Pie21 gastieren darf.
Statistik:
Dresdner SC: Groß - Haase (90. Melchior), Baum, Mikolayczyk, Forgber - Steglich, Kaltofen, Wecker, Preißiger - Csobot (72. Damm), Heinrich (58. Freudenberg)
FV Dresden 06: Scheuermann - Nietzold - Akopjan, Harnisch - Lehner, Bischoff, Zortel, Böhme, Weiß - Zapke, Loher (46. Kiontke)
Tore: 0:1 Zapke (16. Min), 1:1 Wecker (34. Min), 1:2 Böhme (50. Min), 2:2 Haase (58. Min), 3:2 Freudenberg (87. Min), 4:2 Freudenberg (90.+3. Min)
Zuschauer: 183



