Stadtoberliga, wir kommen!

SV Fortschritt Meißen-West

Dresdner Sport-Club

Für die zwanzig Zugreisenden wird das wohl, mindestens für ein Jahr, die letzte Zugfahrt nach Nichtdresden gewesen sein. Zumindest wenn man wohlwollend über die kommende Fahrt zum sich zu Dresden zugehörig fühlenden Radeberger SV hinweg sieht. Eine Auswärtsfahrt auf die Mensch auch gut und gerne verzichtet hätte! Andererseits bleiben uns glücklicherweise Highlights wie Spiele gegen den Post SV oder Germania Bautzen erspart. Und schon vor dem Spiel war klar, dass man sich auch Reisen zu Meißen-West nicht mehr antun muss, da der SVM in Zukunft zu einem anderen Kreis gehört.

Da die Hoffnung bekanntermaßen zuletzt stirbt, gab es immer noch rund 80 den Farben Schwarz und Mohnrot verschriebene Fußballverrückte, die sich in Richtung Juteplan in Bewegung setzten. Davon wie erwähnt gut 20 per Zug. Auf Heimseite hatten sich gerade mal 50 Neugierige eingefunden und auch der Block der „Wilden Horde“ blieb überraschenderweise leer … ob Mensch das schlimm finden sollte, war man sich uneinig.

Auf Gästeseite dagegen Zaunschmuck in den reizendsten Farben der Welt sowie ein wenig Pyrotechnik. Supporttechnisch die erste Halbzeit für unsere Verhältnisse recht gut und durch die architektonischen Gegebenheiten schön laut. Passend zum Spiel dominierte in der zweiten Hälfte dann die Stille. Das Wetter passte sich ebenfalls an und hatte alles parat, von Regen über heiter bis wolkig und sonnig alles dabei. Jacke an, Schirm auf, Jacke aus und Schirm zu.

Dementsprechend das Spiel. Nach einer 2:0 Führung beim Vorletzten sollte man davon ausgehen, dass das Spiel gegessen ist. Nicht so unser DSC. Binnen vier Minuten kam es zum Ausgleich. Dank Victor dürfen wir wahrscheinlich noch zufrieden sein, mit einem Punkt davon gekommen zu sein. Die Meißner feierten den Punkt jedenfalls wie einen Sieg. Diese können froh sein, dass es dieses Jahr keine Absteiger gibt und wir sind froh, dass wir nicht mehr ins Triebischtal müssen.

Der vierte Platz für den DSC hingegen fühlt sich dennoch wie ein Abstieg an. Nächstes Jahr ziehen die Friedrichstädter ihre Kreise in der neu geschaffenen Stadtoberliga. Dort geht es kommende Saison gegen Vereine wie Guts Muts alias Turbine Dresden, Sportfreunde 01, Helios 24, Blau-Weiß Zschachwitz, Süd-West und die SpVgg Löbtau. Neu in der Liga ist wie bereits erwähnt der RSV und aus der Bezirksliga kommt der SC Borea II. hinzu. Abgerundet wird das Starterfeld durch die altbekannten Gegner Rotation Dresden, Dynamo IV. eventuell unter dem Namen Dynamo III., Cossebaude, SG Striesen und Hellerau-Klotzsche.

Der geneigte Fan darf gespannt sein, welcher unserer Bezirksklasse-Helden sich diese Liga „antun“ wird. Umgekehrt darf die Frage erlaubt sein, warum diese Spieler nicht in der Lage waren, den Bezirksligaaufstieg zu meistern, wie weit wir in Zukunft wirklich Hoffnung in jene Spieler stecken sollten und ob es nicht ein wenig feige wäre, jetzt den Verein im Stich zu lassen.

Nachdem Spiel wurde mehrfach konstatiert, dass diese Partie gegen den Tabellenvorletzten symptomatisch für diese Saison war. Mit 2:0 Führung, mit üblicher Sport-Club-Viertelstunde und den zwei Gegentreffern. Hop und Top. Unter diesen Umständen kann ein Punktverlust durchaus zu Stande kommen. Der Aufstieg wurde in anderen Partien gegen Strehla 1:2, Coswig 1:2 und Tauscha 1:2 vergeben. 8 Niederlagen sind genau diese drei zu viel!!!

Bezeichnend, dass gegen die Mannschaften die vor uns stehen, lediglich eine Partie verloren ging. Zu Hause gegen Großenhain mit 0:1! Rückspiel 3:1, drei Siege gegen die Post mit 2:0, 3:2 und 5:1 … und gegen den Meißner SV mit 2:1 und 3:3 auch nicht verloren, höchstens zwei Punkte in der 94. Minute. Die Mannschaft ist also durchaus in der Lage jeden Gegner zu schlagen!

Enttäuschend ebenfalls, dass die Mannschaft nach dem Abpfiff sofort das Weite suchte. Da fahren so einige Leute mit nach Meißen um sie zu unterstützen und es könnte die Mannschaft nicht weniger interessieren. Ausgenommen sind Albi und Stegi. Die zum Abklatschen nochmal vorbei blickten.

Um mal das Positive hervorzuheben. Nächstes Jahr gibts kollektive Auswärtsfahrten mit dem Fahrrad. Das hält fit und spart Geld.

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