Das macht doch alles keinen Sinn!

Aufbruch! Der Finanzdienstleister des Vertrauens ließ 3 Freikarten springen. Rostock gegen Pauli. Danke, bitte!

Gefesselt an das lange Band scheinbar endloser Monotonie der Autobahn glitten wir Richtung Küste, vorbei an Wiesen und Feldern, Wäldern und Seen, vorbei an immer seltener werdenden Dörfern. Vorbeirauschende Ortsnamen wie -Herzsprung- luden zum Verweilen ein, Fußball kann man bestimmt auch hier sehen, kleiner aber ehrlicher Dorffußball, aber nein, wir hatten ja eine Mission.

Je näher wir dem Ziel kamen, desto dichter hüllte sich die Landschaft im Nebel und gab allem einen Anstrich von Ödnis und Trostlosigkeit. Hier war nicht der Weg das Ziel, einzig die Ankunft zählte. Wie? Wann? Wir sind angekommen - das reicht. Im Dunst der Küstenstadt waren allerlei Menschen auf den Beinen, Familienväter mit Söhnen und Töchtern, Kuttenfans mit mehr Schals an den Armen als eine Krake Tentakel hat, Großmütter, die Flaschen sammelten,  aber auch allerlei lichtscheues Gesindel machte sich auf in Richtung Ostseestadion.

 

Lasche Einlaßkontrollen ließen die Massen schnell hineinströmen, die Taschen voll mit Bananen, Bengalos und Böllern. Noch vor Anpfiff flogen erstere auf's Feld. Der Stadionsprecher bittet: „Lasst das, das macht doch alles keinen Sinn!“

 

Anpfiff! Auf dem Feld 22 Spieler, bald nur noch 21, Rostock dezimiert, Rostock holzt, Pauli spielt, Pauli trifft. Im Gästeblock, Böller und Bengalos, der Heimblock antwortet, nein, nicht mit Bananen, mit Raketen. Brot statt Böller! Petting statt Pershing! Denkt man sich. Doch das Heimpublikum freut's, auch den Familienblock. Der Stadionsprecher bittet: „Lasst das, das macht doch alles keinen Sinn!“

 

Und dann, 10 Minuten Pause, noch vor der Pause. 5 Minuten Spiel. Dann wieder Pause. Dann Halbzeit 2.

 

Rostock kämpft, kratzt, beißt. 1:1. Auch die Zuschauer. Bananen, Brötchen, Feuerzeuge fliegen auf St. Pauli. Ordner mit riesigen Regenschirmen müssen jeden Eckstoß von St. Pauli abschirmen. Der Stadionsprecher bittet: „Lasst das, das macht doch alles keinen Sinn!“ Ein Banner der Gäste wird zerbröselt, Fanartikel brennen. Der Stadionsprecher bittet: „Lasst das, das macht doch alles keinen Sinn!“

 

Zweimal Saglik schießt Pauli zum Sieg. Verdient, der Heimmob reckt den Mittelfinger in die Luft und wirft Bananen. Mit Essen spielt man nicht, hat Mutti früher immer gesagt. Nicht in Rostock. Die Massen gehen nach Hause, im Stadion scheppert's weiter. Der Stadionsprecher resigniert: „Lasst das, das macht doch alles keinen Sinn!“

StGermain


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