Körpersprache wie 'ne Bratwurst!

Endlich war es soweit. Die Creme de la Creme des dresdner Stadtfußballs versammelte sich in den heiligen Hallen der Bundesligaschmetterlinge des Dresdner SC 1898. Gesucht wurde der Hallenstadtmeister 2012. Doch ein wenig Creme fehlte. Dynamo Dresden III hatte seine Teilnahme absagen müssen. Es wird gemutmaßt, dass derzeit ein mehrwöchiges Trainingslager in Doha abgehalten wird, um diverse Neuzugänge von Barca und ManU in den warmen Gefilden Katars in die Mannschaft zu integrieren, um dieses Jahr endlich die Stadtmeisterschale in den Großen Garten holen zu können. Da der Eisenbahner SV sich ebenso intensiv auf sein hauseigenes Hallenmasters vorbereiten musste, rückte der derzeitig zehntplatzierte FV Dresden Süd-West für die dynamische Dritte und den ESV nach.

Die Auslosung bescherte dem DSC seinen Lieblingsangstgegner, den dreimaligen Turniersieger (1991, 2003, 2004) und damit Rekordmeister VfB Hellerau-Klotzsche, den aktuellen Titelträger SSV Turbine Dresden, sowie Cossebaude. Der Sport-Club fand nur holprig ins Turnier und gegen die grün-weißen Randdresdner wurde etwas glücklich mit 2:1 obsiegt. Gegen die Himmelblauen VfBler gerieten die Mohnroten zunächst in Rückstand. Die Friedrichstädter rannten an, doch Zimmermann hielt stand. Letztlich war es dann der spätere Torschützenkönig und Kunsttorschütze Preißiger der den verdienten Ausgleich besorgte.

 

Nachdem Cossebaude gegen den Titelverteidiger triumphierte, schienen die Hellerauer mit nur einem Punkt so gut wie ausgeschieden. Dem DSC reichte gegen Turbine ein Unentschieden, während der SSV mit einem Sieg noch Gruppensieger werden konnte. Es sollte also spannend bleiben. Stattdessen entwickelte sich aber eine recht einseitige Partie, in der sich der DSC nur durch eine Zeitstrafe für Philipp Opitz kurzzeitig selber in Bedrängnis brachte.


Als Gruppenerster traf der DSC auf den Zweitplatzierten der Gruppe A. Der FV Dresden Süd-West benötigte als Letzter im letzten Spiel einen Zwei-Tore-Sieg gegen die bis dahin an der Spitze rangierenden Zschachwitzer. Unter begeistertem Applaus der gut 350 Zuschauer gelang die Sensation. Doch im Halbfinale hatten die Süddresdner keine Chance gegen den Glorreichen. Nach dem 3:0 stand der Sportclub im Finale.


Vielleicht hatten die Grün-Weißen auch das Zwischenprogramm noch nicht verdaut. Der „Helmut“ vom FV Dresden 06 hatte in einer Wahnsinnstombola mit sensationellen Preisen um sich geschmissen, als wäre er Harry Wijnvoord höchstpersönlich. Nachdem Motto „der Preis ist scheiß“ verschleuderte der Stadtverband allerhand Krimskrams, den man selbst beim Schrottwichteln um die Ohren geknallt bekommen würde.


Um die Ohren geknallt bekam der Anwesende allerhand musikalische Diarrhoe, untermalt von „Helmuts“ hausbackenen Halbsätzen, mit Denkpausen dem Altkanzler like, die fälschlicherweise immer noch für Kunstpausen gehalten werden. Garniert wurde das Ganze mit Bier für 2,80 und Wurst für 2,00, zuzüglich 3 Euro Eintritt. Die Auswahl an Speisen war natürlich des Lukullus würdig. Fischsemmel, Currypfanne, Kartoffelecken. Vom Feinsten, dazu gab es noch die Absolution des Personals bei Kaffeewunsch den Automaten zu zerdeppern. Trotz freundlicher Fußtritttraktur weigerte sich der Automat flüssiges Coffein zu speien.


Im Endeffekt braucht sich keiner wundern, dass sich unter den Anwesenden kaum Freunde des Hallenspektakels einfanden, sondern vielmehr Funktionäre, Spielerfrauen und Offizielle. Die grauenhafte Musikauswahl, der nicht mal „Kiwi“ und der Fernsehgarten das Wasser reichen können, sowie das viel zu teure Catering tragen nicht unbedingt zur Attraktivität der Veranstaltung bei, die „viel mehr Zuschauer verdient hätte“. (Roy)


Nachdem Hellerau halbwegs unglücklich gegen Striesen den Kürzeren zog, sicherten sich die Himmelblauen souverän den 3. Platz gegen die Süd-Westler. Die Veranstalter kamen dem Drängen der VfBler nach und überreichten den Pokal gleich nach Spielende. Diese wollten sich scheinbar keine Sekunde länger dem Hallenspektakel ausgesetzt sehen, was nicht unbedingt ein Argument für die anheimelnde Atmosphäre ist. Und so waren nachdem Endspiel auch nur noch die beiden Finallisten zugegen. Besonders gut hingegen schien es den drei leichtbehaarten Fans unserer Freunde vom TSV gefallen zu haben. Bis zuletzt verharrten sie auf der Tribüne und pöbelten gegen die Friedrichstädter. Immerhin die Finalniederlage unserer Rothemden muss ihnen Genugtuung verschafft haben.


Dabei sah es zunächst so aus, als könnten die 98er den Pott bei der ersten Teilnahme gleich mit in die Friedrichstadt nehmen. Alex hatte die Führung besorgt. Doch die Striesener glichen aus. Knockten N. Opitz aus, dem hoffentlich nicht, wie befürchtet, die Rippe brach, gingen in Führung und besorgten schließlich die glückliche Vorentscheidung. Jakob hatte mit einem sehr robusten Einsteigen gegen Victor Janakiew den Ball „erkämpft“, die folgende Aufforderung so etwas zu unterlasen und mal das Hirn einzuschalten führte wahrscheinlich zu einer Kurzschlussreaktion. „Ungeschickt verhielt er sich allerdings beim Torjubel und kassierte folgerichtig eine 2-Minuten-Strafe“ so der Stadtverband euphemistisch. Die von Misserfolg gekrönte Suche nach dem Knopf hatte den doppelten Effenberg in Richtung DSC-Fans zur Folge. Sascha Hofmann brachte den DSC in Überzahl nochmal ran, aber die verstreichenden Sekunden reichten nicht zur vollendeten Aufholjagd. Trotzdem an dieser Stelle eine Gratulation an die SG Striesen zum erstmaligen Titelgewinn. Es sei ihr gegönnt, denn glücklicherweise besteht der Verein zum Großteil nicht aus solchen „Hirngranaten“.


„Wir sehen uns alle im nächsten Jahr wieder.“(ddsportlich) Hoffentlich nicht! Nicht wegen des Turniers an sich, die Stimmung war durchaus angehm. Aber startberechtigt sind nunmal nur die besten Stadtoberligateams ;). Dem, der Unbehagen bei der mohnroten Parteilichkeit dieses Berichts empfindet, seien die Berichte (mit Videos) von ddsportlich oder des Stadtverband empfohlen! Bericht und Bilder gibt’s allerdings auch hier: www.dresdner-sc.de

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Clemens (Dienstag, 17 Januar 2012 21:26)

    Hey toller Artikel,
    ich muss dir Recht geben, dass man einiges an dem Turnier verbessern kann. Vor allem sollte man mehr miteinander arbeiten. Die Aktion mit der Tombola kann man sich echt sparen. Dann lieber das Geld spenden! Klar das fast nur Leute da waren die eigentlich immer da sind und "ihre" Vereine unterstützen. Da muss mehr Attraktivität her!

    Das mit dem "wir sehen uns alle nächstes Jahr wieder", habe ich in Bezug auf die Veranstaltung und die Zuschauer gemeint, eher weniger auf die Vereine ;-)

    viele Grüße

 

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29. Oktober 2017, 11.00

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