Arzgebirg, wie bist du schie!

Dass sich inzwischen ein ganz stattlicher Pulk an Energie-Fans in Gestalt von Neuzugängen aus unserem Farm-Team Groß-Gaglow beim Sportclub rumtreibt, ist kein Geheimnis. Dass sich aber zwei von Ihnen bei den pöbelnden Fans melden, um mit ihnen die Reise ins Erzgebirge antreten zu wollen, war bis dahin nicht zu erwarten. Nun denn, dem Fuchser war das dann wohl doch zu heiß und er schob eine verschobene Prüfung als Ausrede vor, sodass sich Gregor, Lohsi und meine Wenigkeit auf den Weg Richtung verschneites Erzgebirge machten.

Im wahrscheinlich kleinsten Fünftürer der Welt zuckelte man gemütlich voran, das thematisch passende Lausitzer Premium Pils aus der heimatlichen Brauerei fehlte selbstverständlich nicht. Erstes Highlight dann der Blick von der Einflugschneise aufs eingeschneite Erzgebirgsstadion im Tal. Es gibt ja leider nicht mehr viele Flutlichtmasten, deren Lichtkegel schon aus der Ferne das Ziel markieren und einem das Gefühl von Vorfreude und Entspannung gleichermaßen zu Teil werden lassen.

 

Ganz unproblematisch und ohne Fantrennung – und das bei einem sogenannten Derby – zum Gästeblock gelangt. Die Studenten zahlten 6, der im Kapitalismus angekommene 8 Euro. Wirklich fair. Nach der laschen Einlasskontrolle dann das gewohnte Bild. Entspannte, freundliche Menschen auf Seiten der Einheimischen, leckeres Essen zu günstigen Preisen, fernab jeder Bezahlkarte, immer gleich aussehender Systemgastro und einheitlicher Verkaufsroboter.

 

Dazu passend die wirklich schöne Choreo der Heimkurve. Drei Bengalen wurden, gemeinsam mit hunderten Wunderkerzen, hinter einem zur Weihnachtszeit passenden Schwibbogen entzündet. Der Spruch, den man, zumindest wenn es dunkel ist, Schnee liegt und man taub ist, nur unterstützen kann: Arzgebirg, wie bist du schie! Im Gästeblock machten sich wenige Hundert Cottbuser breit, die in Hälfte eins dem neuen Capo nicht so ganz stimmgewaltig folgen wollten. Im zweiten Abschnitt kam mit dem deutlich betankteren Alt-Capo auch deutlich mehr Motivation in die Kurve. Überzeugend ist trotzdem anders, Aue aber bekanntlich auch nicht das beste Pflaster für ein Supporthighlight. Von der Heimseite kam auch nicht allzu viel drüben an. Mit den Toren kam aber zumindest das ganze Stadion in Schwung.

 

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Cottbus müht sich anfangs, kriegt einen unberechtigten Elfmeter gegen sich gepfiffen, geht in Rückstand, Aue spielt clever und legt Tore zwei und drei nach.

 

Trotz der sportlichen Niederlage: Aue ist und bleibt eine Reise wert, gerade im Winter. Ein schönes, altes Stadion, heimelige Atmosphäre. Angenehm anders, als all diese Arenen und selbsternannte Schmuckkästchen. Nur den Autor sollte man nicht mitnehmen, wenn man wert auf sportlichen Erfolg seines Teams legt.

 

Ben

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29. Oktober 2017, 11.00

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