Aber nach Görlitz? Nein danke!

 

12. Spieltag | Sa., 23.11.2013 | 14:00 | Görlitz

 

 

Niederschlesischer Fussballverein Gelb-Weiß Görlitz 09 II.

 

 

3:3(2:2)

 


Dresdner Sportclub 1898

 

 

Aufstellung: Schultchen - Hoffmann (46. Niederlein), Dietze (74. Harnath), Fuchs, Käseberg - Haase, Preißiger, Mayer, Schöffel (74. Forgber), Hauptmann - Heinrich

 

Tore: 1:0 Lehmann (12. Min), 1:1 Schöffel (24. Min), 2:1 Witzmann (FE/30. Min), 2:2 Mayer (42. Min), 3:2 Machowski (79. Min), 3:3 Harnath (90.+1. Min)

 

ZuschauerInnen: 25

 

Bericht:

Wir mögen die Tiere, nachts im Wald, Wenn sie flüstern, dass es schallt. Wir mögen den Weg, Wir mögen das Ziel, Den Exzeß, das Selbstexil. Wir mögen erschaudern, und nicht zu knapp, wir geben jedem etwas ab.

All das mag man, all das mag man. Aber nach Görlitz, nein danke!

 

Deutsche Bahn und Gelb-Weiß Görlitz in trauter Eintracht. Wer hätte das gedacht? Wir auch nicht. Samstag morgen. Der Himmel trüb, die Wolken grau. Restalkohol? Vorhanden. Auf nach Klein-Paris. So trafen sich zwei einsame Spießgesellen am Dresdner Verkehrsknotenpunkt. Nur zu 50% mit gültiger Reiseerlaubnis ausgestattet, enterten wir den ausgeschriebenen Gleis und das Gefährt. 2/3 der Reisegruppe hatten nämlich den Treffpunkt eigenmächtig ins Fußballherz Sachsens verlegt und wollten mit erstandenem Sachsenticket zusteigen. Nervenkitzel.

 

Die Bahn: rammelvoll. Stehen! Bis Görlitz! Das Licht des Gefährts? An! Aus! An! Aus! In unregelmäßigen Zyklen. Mein Mitfahrer drehte sich in jenem Takt behände nach links und nach rechts, in der Befürchtung ständig einen Lichtschalter zu betätigen. Zwei Minuten nach ursprünglicher Abfahrtszeit die erste Ansage des Zugführers. Warten! Auf einen verspäteten Zug aus Nürnberg zur Anschlußgewährung. Endlich! Der Zug fährt auf dem Nachbargleis ein. Es kann los gehen. Reisende hetzen von einem Gefährt ins andere. Kaum sind die Türen geschlossen, meldet sich erneut der Zugführer. Triebwagen defekt. Bitte aussteigen. Jaja, Humor hat sie, unsere Bahn.

 

Auf dem Bahnsteig zeigt sich niemand zuständig. Wirre Informationen wabern durch die Grüppchen der Reisenden. Ersatzzug oder zur Bummelbahn auf Gleis 9, nein hier bleiben. Oder doch Ersatzzug auf Gleis 9? Die ausgerufenen Informationen werden im Stimmenwirrwarr verfälscht. Plötzlich kommt Bewegung in die Sache. Ein Großteil der Wartenden entschließt sich für die Lösung Gleis 9. Auf zur Bummelbahn. Wildes Gerenne um die wenigen Sitzplätze. Fast kommt es zu Gewalttätigkeiten. Doch dann geht sie los, die Fahrt nach Osten und die Gemüter beruhigen sich. Erwartete Ankunft in Görlitz? 14.15. Bleibt noch eine Halbzeit. Falls überhaupt jemand weiß, wo wir spielen. Junge Welt? Stadion der Freundschaft? Der Reiseleiter wusste es jedenfalls nicht.

 

Ich ehrlich gesagt, meinte es zu wissen. Doch wie auf den recherchierten Fotos der angeblichen Spielstätte sah das Areal nicht aus. Hartplatz war's auch nicht, der lag dahinter. Aber nicht in der erwarteten Mulde. Wie erwartet sah auch nicht der Bahnhof in Görlitz aus, den wir überraschenderweise noch knapp vor 14.00 Uhr erreichten, da wir in Arnsdorf zum Zugwechsel aufgefordert wurden und damit nun doch unseren Rapido Richtung Breslau besteigen durften.

 

Wie in Oderwitz, ging es mit dem Mannschaftsbus (Danke für den Service!) weiter zum Sportplatz, wo uns fast der Schlag traf. 4 Euro Eintritt? Ohne Ermäßigung? Ich fragte mich, warum wir überhaupt hinein gingen! Der drei Meter vom Spielfeldrand gelegene Zaun behinderte jedenfalls nicht das Sichtfeld. Noch vollkommen in Rage, verpasste ich den Führungstreffer für den Heimverein, der bei mir jeden Restkredit verspielt hatten. Nach dem Gemeckere über das schlechte Landespokallos DSC, schlug das dem Faß den Boden aus. Leeres Portmonnaie, kein Bier in der Hand, nie wieder Görlitz! 3,50 in Hoyerswerda waren schon nicht sehr nett, aber die haben immerhin ein Stadion und Steaks und Bier vom Faß!

 

Um die Wogen zu glätten, zogen unsere Jungs erstmal einen richtig schnieken Spielzug auf. Mir nicht mehr ganz klar, wer ihn eröffnete, letztlich war es Heino, der auf Schöffel passte, welcher schön vollstreckte. 1:1! Die Freude währte kurz. Görlitz ging per Elfmeter erneut in Führung. Meiner Meinung nach, weil Schulle etwas zu zaghaft aus dem Tor kam. Doch da kann ich mich auch täuschen. Wäre er zielstrebiger herausgeeilt, hätte er nicht den Gegner erwischt. Egal. Jedes Stück brauch seine dramatis personae, die die Handlung vorran bringen. Und diesmal war die Macht mit uns, auch des Gegners Hüter patzte und Mayer konnte einköpfen. 2:2! Halbzeit.

 

Nach der Pause war der Sportclub spielbestimmender, doch verpasste es, die sich bietenden Möglichkeiten konsequenter auszuspielen. Görlitz kombinierte in einer intensiven Partie ebenfalls schnell nach vorne und hatte auch seine Möglichkeiten. Eine davon wurde genutzt! Jener fast-Siegtorschüze-Machwoski hatte übrigens drei Tore im Landespokal gegen uns geschossen, vor einem Jahr. Aber wie sollten wir das herausbekommen, wer da für wen und wo spielt. Stadionsprecher? Programmhaft? Nicht für vier Euro... Ich glaube in Niesky gab's beides, für weniger!

 

Nach 90 Minuten hatten sich die Gelb-Weißen schon sehr mit den drei Punkten angefreundet. Doch Boris grinste schelmisch. Eines machen wir noch. Und da war er. Harnath mit dem Händchen für späte 3:3-Ausgleich-Tore. Remember Hoyerswerda! JAA!!! Jubel unter den drei Mitgereisten, späte Genugtuung. Zack! In your face, Abzocker!!

 

Zurück nach Dresden ging es mit Autos. Genug angereiste Führerscheinbesitzer mit leeren Karossen. Schade, schade, denn so wurde ich wieder um mein Innenstadtseeing gebracht. Dabei wollte ich nicht nochmal nach Görlitz, höchstens zu deren erster Vertretung. Also Jungs, ranhalten!

 

*Nach Konsum der FanTV-Bilder, war Phil nicht mit dem Kopf dran. Er eröffnete aber den Spielzug über Haupe auf Heino über Schöffel in die Maschen. Dass Schulle zu spät rauseile, konnten die bewegten Bilder weder belegen noch wiederlegen.

 

Videozusammenfassung:

 

Bilder:

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29. Oktober 2017, 11.00

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