FfgH-Hallenmasters 2014

Als wir am morgen des Turniertages die kleine Schulsporthalle in der nähe des Weserstadions betraten, blickten wir in die schlaftrunkenen Äugelein der westberliner Schnösel, die sich entschlossen hatten, erst am Turniertag anzureisen. Um nicht selber Opfer selbiger Schlaftrunkenheit zu werden, machten wir uns bereits am Freitag auf und erreichten dank ausgefeilter Planung des Royseleiters überpünktlich unser luxuriöses Motel. Und zwar so zeitig, dass noch genug Zeit war, uns unseren leiblichen Bedürfnissen hinzugeben und ein weiteres Mal bei einem großen amerikanischen Burgerproduzenten zu dinieren. Es sollte nicht nur nicht das letzte bleiben, allen Widerständen zum trotz ernährte sich die Reisegruppe ausschließlich vom ungesunden Fast-Food.

 

Gestärkt ging's zum Weserstadion. Im Ostkurvensaal war eine Lesung angekündigt, außerdem sollte die Turnierauslosung stattfinden. Zunächst ließen wir uns von der indigenen Fauna über die Vorzüge der Bremer Bierproduktion belehren. Nicht Becks Bier trinke der Landeshauptstädter, Haake-Becks ist die Marke der Wahl. Nachdem am Abend lediglich ein Tatort laufen sollte, schlichen wir uns zur nächsten Tanke und deckten uns mit dem empfohlenen Haake-Becker Sortiment ein. Es wurde zwar größtenteils für gut befunden, die Meute versteifte sich dann doch auf Paderborner Pils in Dosen. Anschließend erkundeten wir im Harakiri-Verfahren die Bremer Innenstadt. Roland, Rathaus, Dom und Liebfrauenkirche. Nach einem Faststurz in die Weser ging es zurück ins Motel.

 

Am morgen futterten wir uns weiter kräftig in Richtung Bypass. Dennoch erreichten wieder mal pünktlichst die Halle in der wir ein charmantes Chaos vorfanden. Selbstlos stellte sich der Royseleiter samt Bus zur Verfügung um die Getränkeversorgung sicher zu stellen. Der Rest erforschte derweil die Halle. Zunächst bewahrheitete sich das Gerücht, dass auf aufgemalte Tor gespielt werden würde, letztlich waren es dann doch Hockeytore. Vier gegen vier, ohne Keeper. Auch gut. Das Ganze zweimal acht Minuten.

 

Leider musste aufgrund eines kurzfristigen Hallenwechsels etwas umdisponiert werden und die hippiesken Interpretationen der Turnierstartzeit verzögerten den Beginn um über eine halbe Stunde. Aus den 14 gemeldeten Teams wurden dann Doppelteams gebildet. Wir wurden mit den Dissidenti Ultras von Fortuna Düsseldorf zusammen gelost (http://dissidenti-ultra.de/). In dieser liebevollen Athmosphäre fühlten wir uns natürlich pudelwohl und liefen sofort zu Höchstleistungen auf. 2:0 gegen das Commando Donnerschwee des VfB Oldenburg. In der zweiten Halbzeit retteten die Düsseldorfer ein 3:2 gegen die mixed Mannschaft der 1. Frauen und der 3. Männer von Türkiyemspor über die Zeit. Das gab's noch nie! Ein Sieg zum Turnierstart.

 

Da D und DD nur langsam zueinander fanden, ging es in den Halbzeiten weiterhin getrennt gegen die zusammengewürfelte Truppe der White Angels vom NK Zagreb und Team Green von Werder Bremen. Es setzte mit 1:3 die erste Turnierniederlage. Egal. Wir freuten uns bereits auf die nächste Begegnung mit den Lila-Weißen, die wir mit 1:3 verkackten. Gnadenlos wurden wir von den Westberlinern abgeschossen. Nun drückten wir den Düsseldorfern um sehr mehr die Daumen, die jedoch glücklos mit 1:4 gegen das Nordkaos von Victoria Hamburg abstanken. 2:7 in der Addition.

 

Es wurde Zeit für einen Taktikwechsel. Gegen Ultrá Sankt Pauli und die Roter Stern Kickers aus Ahrensburg sollten wir erstmals mit einem zusammengelegten Team spielen. Gegen USP setzen wir mit 2:1 ein Ausrufezeichen. Der spätere Turniersieger ging mit ordentlicher Härte zu Werke, doch wir hielten dagegen und mit mächtig Glück brachten wir die Führung in die Pause. Nachdem USP mit den Kickers gewechselt hatte, konnten wir zunächst sogar noch auf 3:1 erhöhen. Doch dem wuchtigen Angriffswellen der Schwarz-Roten zeigten wir uns letztlich nicht gewachsen und schenkten den Sieg noch her. 3:3 am Ende, dennoch ernteten wir ungläubige Blicke der anderen Teams und viele lobende Worte für diese Leistung.

 

Dass wir auch anders können, zeigten wir gegen die Rote Sterne aus Leipzig und das Babelsberger Filmstadtinferno. Nach unserer kämpferischen Leistung gegen die Paulianer hielten wir diese Aufgabe in gewohntem Größenwahn für Laufkundschaft. Schnell schauten wir jedoch wie die Schweine ins Uhrwerk. 0:2 lagen wir hinten. Unsere Spitzenspieler schwächelten. Vorne trafen wir gefühlte zwei Dutzend mal den Pfosten, hinten rutschten die einfachsten Dinger durch. 1:6 am Ende. Doch gegen wen verliert Mensch die Punkte lieber, als an die liebreizenden Sterne. Wir wussten die verschenkten Punkte gut platziert und ernteten erneut lobende Worte. Diesmal für unsere faire Spielweise. Wir sind halt die Meister des körperlosen Spiels. "Und ihr habt USP geschlagen? Die schießen gerade TeBe ab!"

 

Wollten wir nicht letzter werden, musste im letzten Spiel gepunktet werden. Schier unmögliche Aufgabe. Gegner: Aachen Ultras und Ultras Braunschweig. Als Underdog mit dem Sympathien der Halle ausgestattet, ging wir hochkonzentriert in die Partie. Auf den "Rängen" entwickelte sich ein kleines Gesangsduell und schnell gingen wir 1:0 in Führung, welche die Schwarz-Blau-Gelben jedoch schnell egalisieren konnten. In die "In-Europa-kennt-euch-keine-Sau"-Gesänge stach der Royseleiter den Stachel des 2:1.  Danach mauerten wir. Ein langer Ball unseres letzten Mannes setzte tückisch vor des Gegners letzten Mann auf, dieser versuchte den Ball per Kopf zu klären, da die Nutzung der Hand untersagt war, köpfte den Ball dann aber unglücklich mit dem Hinterkopf ins eigene Tor. Noch vier Minuten zittern. Selber wieder auf dem Feld, verging die Zeit wie im Flug. Plötzlich zählte die Halle runter. 10, 9 ... 3, 2, 1, aus, aus, aus. Glücklich wankten wir vom Feld. Obwohl wir in diesem Moment noch nicht wussten, den Aachener und Braunschweiger Ultras den sicher geglaubten Turniersieg entrissen zu haben und damit St. Pauli und Ahrensburg auf den Thron hievten.

 

Ein rundum sympathisches Turnier hatte damit exakt zu seinem Ende unseren ganz persönlichen Höhepunkt bereit gehalten. Pflichtgemäß absolvierten wir noch die Mannschaftsfototermine, deckten uns mit allerlei TeBe-Merchandise ein, ehe es nochmal zum Burgerlieferanten und anschließend nach Hause ging. Das ganze mit einigem Wehmut. Zu gerne wären wir noch auf der abendlichen Party abgestürtzt, doch die Umstände ließen es leider nicht zu, wollte doch die F-Jugend am Sonntag ganz gerne zu ihrem Turnier fahren. Egal wo das Hallenturnier das nächste mal halt macht, Bremen wir kommen wieder, frohlockte der Groundhopper in uns.

 

Ich bedanke mich im Namen unseres Teams ganz lieb bei unseren Teampartnern, den Dissidenti, es war uns eine Ehre zusammen mit Euch zu kicken, bei unseren Kontrahenten, es war uns ein Vergnügen mit Euch zu kicken und natürlich bei den Organisatoren für dieses symphatische und wiederholenswerte Event!

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Kommentare: 9
  • #1

    unbekannt (Dienstag, 07 Januar 2014 18:00)

    Was? Aachen Ultras gibts noch?!

  • #2

    Jannik (Donnerstag, 09 Januar 2014 08:30)

    steht bei den blauen hinten trapzonspor drauf? welche/s team/s war/en das und welche verbindung besteht dort?
    Bunte Grüße!

  • #3

    bekannt (Donnerstag, 09 Januar 2014 10:54)

    Da steht Türkiyemspor. Der Verein nahm mit einer gemischten Mannschaft aus 1. Frauen und 3. Männer am Turnier teil. Türkiyem engagiert sich stark gegen Gruppen-bezogene-Menschenfeindlichkeit und wirbt seit einiger Zeit für den LSVD u.a. auf seinen Trikots.

  • #4

    KBAA (Freitag, 14 Februar 2014 04:38)

    Lächerlicher Haufen !

  • #5

    Faust (Montag, 17 Februar 2014 20:09)

    Lächerliches Motto!

  • #6

    unbekannt (Dienstag, 18 Februar 2014 16:25)

    Faust, oder KBAA- je nachdem, wie du dich nennst: Was suchst du hier? Wenn dir es nicht gefällt, was hier veranstaltet wurde, musst du es dir ja nicht anschauen...
    Und warum lächerlicher Haufen?! Das sind Leute, die etwas Nützliches machen- was bei dir ja nicht der Fall ist. Homophobes Dreckskind.

  • #7

    Faust (Dienstag, 18 Februar 2014 19:57)

    Hallo großer Unbekannter! Ich kann leider nichts nützliches daran erkennen, wenn sich erwachsene Männer gegenseitig die Zunge in den Hals stecken oder gar den Pimmel in den Arsch schieben. Ich kann tolerieren, dass es so etwas gibt, aber ich muss es doch nicht immer und immer wieder gutheißen und diese Abartigkeiten als das Nonplusultra verkaufen. Was macht ihr eigentlich, wenn Rechtsaußen das Schwulsein für sich entdeckt? Seid ihr dann plötzlich dagegen?

  • #8

    ulf (Mittwoch, 19 Februar 2014 15:41)

    diese liebe unter männern wurde doch gerade in den wehrmachtszeiten recht offen. das sex nicht nur zum fortpflanzen dient, dies sollte doch mittlerweile kein geheimnis mehr sein.

  • #9

    unbekannt (Freitag, 21 Februar 2014 22:13)

    Schaut mal auf die Pinnwand der Jesters auf Facebook, bzw. auf den Beitrag von "Rio De Janeiro". :) Gute Idee, wie ich finde, sollte man umsetzen ;-)

 

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29. Oktober 2017, 11.00

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