Wo die bunten Fahnen wehen…

 

Champions League Qualifikation

 

 

3. Runde, Rückspiel | Mi., 06.08.2014 | 20:45 | Stadion Maksimir

 

 

Građanski nogometni klub Dinamo Zagreb

 

 

0:2 (0:1)

 


Aalborg Boldspilklub

 

 

Tore: 0:1 Anders Jacobson (36. Min), 0:2 Anders Jacobson (85. Min)

 

ZuschauerInnen: 8.500

 

Bericht:

Was kann es Schöneres in einer neuen Saison geben, als gleich ganz oben zu beginnen? Also die entzückende Begleitung ins Auto geladen und diese, trotz anfänglicher Proteste, nach Zagreb verfrachtet, um dort frisch und munter in die Champions League-Qualifikation einzusteigen.

 

Am Nachmittag in der kroatischen Hauptstadt angekommen und einen Parkplatz quasi direkt am Stadion Maksimir ergattert. Zur Sicherheit wurde der Wagen auf Wunsch Einzelner auch nochmal extra umgeparkt, direkt neben einen deutschen, großen Mercedes, weil – wie man mir in voller Überzeugung mitteilte – dies im Falle von Ausschreitungen sicher das wahrscheinlichere Ziel wäre.

 

Gut, auf  dem Weg zum Kartencenter sah es zwar nicht nach autohassenden Balkan-Ultra-Horden aus, vielmehr war großes Kinderfest am Stadion und auch der dynamische Löwe machte ein freundliches Gesicht. Nachdem ohne Probleme Tickets zu Spottpreis erstanden wurden, gab es erst mal sightseeing in der Stadt der zwei Hügel, später auch noch unter zur freundlicher Zuhilfenahme des kroatischen Außenministeriums. In der Innenstadt waren dann auch schon eine Handvoll Dänischer Fan unterwegs, welche wieder einmal zeigten, dass man auch vollkommen betrunken schön singen kann. Allerdings kaum vorstellbar, dass die es noch ins Stadion geschafft haben sollten.

 

Pünktlich traf die Reisegruppe zum Matchbeginn am Stadion ein und deckte sich landestypisch mit Erdnüssen und globsa ein. So ausgestattet ging es hinein ins weite Rund: Das Stadion Maksimir ist mit 35.000 Plätzen das größte, aber leider nicht das schönste Stadion Kroatiens. Mehrere Renovierungen haben dem ganzen Ensemble eher den Charme einer blauen (kaputten) Waschwanne verliehen. Man sitzt erstaunlich weit von Spielfeld entfernt und selbst bei der letzten Renovierung 2011 war wohl kein Geld für Catering-Bereich, Reporterplätze, Toiletten oder sonstigem Schnickschnack vorhanden – all dies findet sich nämlich in provisorischen Anlagen. Immerhin, um dem UEFA-Ansprüchen zu genügen gibt es jetzt einen offiziellen VIP-Bereich.

 

Aber wichtig ist ja auf dem Platz und immerhin besitzt das Stadion so einen hohen Wiedererkennungswert, ganz in Gegensatz zu all den anderen Gleichstrom-Arenen des modernen Fußballs. Auf dem Platz wurden dann gleich erst mal Geschenke überreicht: Josip Simunic lief zum 200ten Male im blauen Dress auf. Über den Mann und seine politische Einstellung ist anderswo genug geschrieben worden, auf den Rängen gilt er jedenfalls als echter Held, insb. die Kinder im Block waren hin und weg. Soviel dann zur Vorbildfunktion von Fußballern.

 

Das Spiel nahm dann eher einen überraschenden Verlauf. Die Kroaten hatten das Hinspiel in Aalborg mit 1-0 gewonnen und ließen es daher ruhig angehen. Ball halten, Kontrolle ausüben, wobei die Dänen auch wenig Interesse an Ballbesitz zeigten. Als meine wunderbare Begleitung bereits unmissverständlich begann Ihr Schicksal ob des langweiligen Spiels zu beklagen, brauchten die Dänen plötzlich nur 3 Stationen und die Kugel lag im Tor. Anders Jacobsen hatte noch vor der Halbzeit den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf gestellt und den dänischen Fanblock mit ca. 30 Mitgereisten in Extase versetzt. In der zweiten Halbzeit war dann die Heimmannschaft sichtlich bemüht mehr Schwung in das Spiel zu bringen und verpasste den Ausgleich mehrmals knapp, während die Dänen auf Konter setzten. Nach einer besonders slapstick-mäßigen Einlage des Kroatischen Sturmduos nutze wiederum Jacobsen in der 85min einen solchen Gegenzug zum 2-0. Effizient, die Dänen.

 

Hatte das Publikum bis zu diesem Zeitpunkt noch auf den Ausgleich und damit ein Weiterkommen gesetzt, entlud sich nun auf der Haupttribüne wirkliche Entrüstung – ganz so, wie es bei Vereinen mit Dynamo im Titel wohl immer der Fall ist. Weil austickende Familienväter nicht so unser Ding sind, waren wir dann über den Abpfiff dankbar. Das Spiel mit knapp 8.500 Zuschauern sowieso eher dürftig besucht. Stimmungsmässiger „Höhepunkt“ war von Seite der Heimfans dann eine eher martialische Choreographie zum Kroatischen Unabhängigkeitstag, was die besagten bunten Fahnen zum Einsatz kommen ließ. Geschmackssache.Nütze aber alles nichts, bleibt in dieser Saison nur die Europa League.

 

Der Reisende

 

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