Landesklasse Ost, 8. Spieltag: Dresdner SC 1898 - RW Bad Muskau 3:2 (2:0)

 

8. Spieltag | Sa., 25.10.2014 | 14:00 | Heinz-Steyer-Stadion

 

 

Dresdner Sportclub 1898

 

 

3:2 (2:0)

 


Sportverein Rot-Weiß Bad Muskau

 

 

Aufstellung: Schultchen - Hoffmann, Niederlein, Nguyen, Käseberg - Haase, Joneleit (85. Kubatz), Fuchs, Wetzel (72. Sieradzki), Harnath - Heinrich (89. Hofmann)

 

Tore: 1:0 Heinrich (21. Min), 2:0 Wetzel (34. Min), 2:1 Kölzow (51. Min), 2:2 Kosman (52. Min), 3:2 Wetzel (67. Min)

 

ZuschauerInnen: 158

 

Bericht:

Endlich stand am Wochenende wieder Fußball im Vordergrund. Nach den fragwürdigen Darstellungen der letzten Wochen zeigte das Schiedsrichtergespann um Peter Wickfeld eine souveräne Leistung. Beim Aufeinandertreffen der beiden brutalsten Tretertruppen der Liga reichte es, jedem Team jeweils eine Gelbe Karte zu zeigen, um ein Blutgrätschenfestival zu verhindern. 

 

Auf beiden Seiten fehlten wichtige Stammkräfte gesperrt. Beim DSC kehrten Julius Wetzel und Sascha Hofmann nach Sperre bzw. Urlaub zurück. Preißiger und Gröblehner mussten hingegen auf der Tribüne Platz nehmen. Der ebenfalls rotgesperrte Gläsel befand sich also in bester Gesellschaft.

 

Auf dem Platz trug Gregor Harnath, bei seinem nun schon dritten Abschiedsspiel, die Kapitänsbinde. Diesmal soll es das aber wirklich gewesen sein, Baume geht nach Göttingen, kommt hoffentlich bald wieder. Vielleicht hilft ein kollektives Daumendrücken, um der Bewerbung für einen Studienplatz in Dresden den nötigen Beistand zu erringen. Sonst bleiben uns "nur" noch 50% der Gaglow-Connection.

 

Auf dem Platz bot sich dem neugierigen Beobachter ein ausgeglichenes Spiel. Die Gäste waren körperlich robuster und technisch beschlagener. Das ein oder andere Mal spielten die Muskauer Angreifer unseren Verteidigern regelrecht Knoten in die Beine. Hochkarätige Chancen blieben dennoch Mangelware.

 

Wenn der Sport-Club mal im Angriff war, dann ging die Post ab. Nach zwei ansehnlichen Spielzügen lag der DSC dank selten gesehener Effektivität mit 2:0 in Front. Man of the match Wetzel hatte Gregor Harnath auf der Außenbahn geschickt, nach Annahme und kurzer Körpertäuschung flankte der Ersatz-Kapitän auf den einlaufenden Christian Heinrich, der sich streckte und den Ball mit der Fußspitze ins Tor spitzelte. Ligator numero 101!

 

Gute zehn Minuten später wurde Hanarth wieder geschickt, entgegen aller Facebook-Behauptungen von Stefan Haase, erwähnter Harnath verzögerte jedenfalls gut und steckte auf den heran- und vorbeisprintenden Käseberg durch. Cheesey zog in den Strafraum und legte quer. Einige Fans stöhnten schon, weil alle DSCer verpassten, doch der Ball war klug in den Rückraum gespielt, wo Wetzel wartete und es wieder wetzeln ließ! 2:0, so ging es nicht ganz unverdient in die Pause.

 

Nach selbiger blieb der DSC eigentlich weiter gut im Spiel und verbuchte kleinere Chancen, begeht dann aber ein dummes Foul am eigenen Strafraum. Ein Sebastian Kölzow läßt sich nicht zweimal bitten und verwandelt ansehnlich. Vom Anstoß verliert der DSC den Ball im 1:1, dieser gelangt in den Strafraum und der Schuß von Kosman trudelt abgefälscht ins Netz. Die Gäste hatten mit derselben erbarmungslosen Effektivität zurück geschlagen. Innerhalb von 60 Sekunden wieder einmal durch individuelle Fehler um den verdieten Lohn gebracht?

 

Es sah so aus, denn erst jetzt wurden die Gäste ihrer Favoritenrolle gerecht und übernahmen das Heft des Handelns. Der DSC geriet zunehmend in die Defensive und unter Druck. Eine Abwehrschlacht bahnte sich an. Doch Bad Muskau verhedderte sich zu oft in Schnörkeleien und zeigte wenig geradlinigen Fußball. Oftmals endeten die Angriffe in einem unübersichtlichen Rumgestocher in der Abwehr der Rothemden.

 

Trotz drückendender Muskauer Überlegenheit verbuchte der DSC die größere Zahl besserer Chancen. So kam es zur einzigen Gelben Karte für die Parkstädter, als Christian Heinrich frei durch war und nur mit Hilfe eines Fouls gestoppt werden konnte. Da sein Gegenspieler nach Meinung des Schiedsrichters nicht der letzte Mann war, eine vertretbare Entscheidung. Der anschließende Kopfball von Niederlein nach Freistoß Wetzels konnte gerade noch von der Linie gekratzt werden.

 

Die Entscheidung brachte wieder der Wetzel. Nach einem Abwehrfehler stand der Youngstar frei vor dem Keeper und lupfte den Ball über den Torwart, nach einem Sprintduell mit der Gäste Verteidiger, konnte er den Ball ins Tor grätschen. Grenzenlose Freude bei den Rothemden.

 

Es folgten gute 20 Minuten Gezitter, in denen es der Sportclub nicht vermochte, den Sack zu zumachen, aber auch den Gästen nicht viel einfiel. Wenn es mal gefährlich wurde, war Schulle zur Stelle, klärte zur Ecke oder hielt den Sieg fest bzw. ließ sich nicht foppen und nahm den Ball in Neuermanier mit der Brust an. Ansonsten hatte ein mohnroter immer den Stiefel dazwischen, dass die Gäste nur in den seltensten Fällen zum Abschluß kamen. Eine starke und kämpferische Mannschaftsleistung triumphierte über die mit zu viel Schnörkel agierenden Muskauer, denen es an Durschlagskraft und am nötigen Zug zum Tor fehlte.

 

Einen extra Glückwunsch geht an Thanh Long Nguyen, der ein souveränes Startelfdebut feierte und im Zusammenspiel mit Rico Niederlein eine sattelfelste Innenverteidigung bildete. So schön kann Fußball sein.

 

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Nächstes Spiel:

23. September 2017, 15.00

Dresdner SC - Crostwitz

Steyer-Stadion
 

 

Letztes Spiel:

Oberland Spree   4 (0)
Dresdner Sportclub   1 (0)

 

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