14. Spieltag, Landesklasse Ost: LSV Neustadt/Spree - Dresdner SC 1898 2:1 (1:1)


Kein Land in Sicht?


Nach einer guten Vorbereitung fuhr die mohnrote Anhängerschaft optimisitisch zum Abstiegskampf ins 400-Seelen-Dorf Neustadt an der Spree. Aber die ersten Hiobsbotschten dämpften den vorherrschenden Optimismus. Neuzugang Waltschew aufgrund von Urlaub verhindert, Abwehrfels Niederlein krank, genauso wie Mittelfeldmotor Gröblehner. Dennoch, die Elf Mannen auf dem Feld sollten es richten! Und obwohl der Gegner von Beginn an zeigte, dass ihm alle Mittel recht waren, um die drei Punkte nicht abzuschenken, ging der Sport-Club in Führung. Christian Heinrich hatte sich stark durchgesetzt und abgezockt eingenetzt. 1:0.


Der Sport-Club gleich in einer Druckphase, die Gegner geschockt. Nur wenige Minuten später setzt sich Robert Thomas durch, seine starke Hereingabe wird abgefälscht und Heino verpasst nur knapp am langen Pfosten. Wiederum nur ganz wenig später, wieder eine Hereingabe, Gestocher zwischem einem blauen Verteidiger, dem Torwart und Captain Preißiger. Der Ball kullerte in Richtung Tor, der mohnrote Anhang feierte schon den zweiten Streich, alle schauen gebannt auf das weiße Rund, das am langen Pfosten vorbei ins Aus kullert. So ein großes Tor und so viel Pech. Das hätte mehrfach das 2:0 sein können.


Hätte, hätte, Menschenkette. Die Gegner hingegen fielen nicht nur durch ihre grenzwertige Spielweise auf, sondern auch durch ihre schnellen Spitzen. Unsere neu zusammengestellte Innenverteidigung konnte noch gar nicht die nötige Sicherheit besitzen, um die Heimangreifer 90 Minuten aus dem Spiel zu nehmen. Dafür gibt's ja immer noch diesen Mann in Blau auf der Linie, der dem Angriff fast alles kabutt machte. Schulle zeigte einige Riesenparaden, rettete dem Club die Führung und war beste Mann auf dem Platz. Doch ein verhängnisvoller Querpass von Grahle verhalf dem Heimteam zum unnötigen aber, gemessen an der Zahl der Chancen, nicht unverdienten Ausgleich. Warum, zum Himmel flehend, spielt er den Ball nicht einfach zu Schulle, der den Ball wegkloppen kann oder ins Aus schiebt, was auch immer, aber nicht quer zum gegnerischen Stürmer. Kein glücklicher Einstand für den Neuzugang aus Löbbe.


Nach der Halbzeit begann der DSC wieder druckvoll. Doch das Heimteam kommt mit Glück zur Führung. Und hier hat der Club ganz viel Pech. Tja, Marcel Kubatz kloppt den Ball nicht entschieden genug raus und von der linken Strafraumkante findet der Schuß von Schmidt den schier unmöglichen Weg durch tausend Beine genau ins rechte untere Eck. So viel Dusel muss man erstmal haben. Die Mohnroten hingegen hatten Pech. Mehrfach zischte der Ball gefühlte Millimeter am Pfosten vorbei oder wurde vom gegnerischen Hüter pariert. Fuchser, Heino, Haase, Forgber und sogar Schulle in der Nachspielzeit, sie alle hatten die Chance zum Ausgleich. Fuchser mit einem klasse Fernschuß und einem Kopfball aus wenigen Metern. Der Fußballgott bewieß einmal mehr, dass sein Maillot kein mohnrotes ist. Er liebt es, die Anhänger des DSC zu quälen.


Der Gegner beschränkte sich darauf, den Ball in die Prärie zu prügeln, bei jeder Berührung schreiend zu Boden zu stürzen, wie vom Fleischerbeil massakriert und selber auszuteilen, wie die Axt im Wald. Natürlich wurde nach der Führung jegliches Spielgerät versteckt, sodass jede Spielunterbrechung zur Halbzeitpause mutierte. Der Schiedsrichter spielte dieses Spiel munter mit. Effektiv dauerte die zweite Halbzeit keine 30 Minuten. Für eine Tätlichkeit kassierte der Angreifer des Heimteams Gelb?! Dafür wird Haase mit Gelb-Rot vom Platz geschickt, nach der Intervention des Linienrichters erhält Thomas Gelb und Hoppel darf wieder auf den Platz. In Neustadt macht man was mit. Dass der Schiedsrichter erst drei Minuten Nachspielzeit anzeigt und erst dann dem Torwart die gelbe Karte für Zeitspiel zeigt, ist auch eine Aktion, die mir jemand erklären muss. 40 Minuten Zeitspiel und wenns dem Gegner hilft, nehmen wir noch ein paar Sekunden von der Uhr. Keine glückliche Figur machte der Unparteiische in einigen Situationen, aber seine Leistung gehörte zu den besten der bisher gezeigten. Er hätte die Treterei und das Zeitspiel der Neustädter Baumschubser nur eher unterbinden müssen.


Und dann gab's seit langem mal wieder ein paar Reibereinen mit dem Heimpublikum. Scheinbar haben die meisten Herren an der Spree keine gute Kinderstube genossen. Jenseits des mangelnden Anstands wurde angeregt über "die Politik" diskutiert, Pegida hier, Peggy da. Genau, in Neustadt hat nicht der Führerwitz sondern die Islamisierung Hochkonjunktur. Naja. "Stellt die Judenschweine vom Platz" und "mir reichts, ich ruf gleich Hitler an". Ein Heimmob der sich bei jeder Aktion über kehlige Grunzlaute artikuliert und die Spieler des DSC als Ratten verunglimpft. Speiübel wird einem da. In Neustadt möchte ich nicht tot über'm sprichwörtlichen Zaun hängen.


Aufstellung: Schultchen - Haase, Grahle, Kubatz, Käseberg - Thomas, Fuchs, Wetzel (74. Forgber), Wetzorke (85. Schumacher) - Heinrich, Preißiger


Tore: 0:1 Heinrich (18. Min), 1:1 Both (42. Min), 2:1 Schmidt (53. Min)


Zuschauer: 140 (vielleicht 40 DSCer oder mehr)


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23. September 2017, 15.00

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