19. Spieltag, Landesklasse Ost: Dresdner SC 1898 - SC Borea Dresden 6:0 (3:0)


Aufstellung: Schultchen - Grahle, Niederlein, Nguyen, Käseberg - Haase (73. Wetzorke), Wetzel (83. Kubatz), Preißiger, Gröblehner - Waltschew, Heinrich (88. Sieradzki)


Tore: 1:0 Heinrich (11. Min), 2:0 Heinrich (30. Min), 3:0 Haase (45. Min), 4:0 Heinrich (63. Min), 5:0 Heinrich (69. Min), 6:0 Wetzorke (87. Min)


Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot für Moritz (83. Min, wdh. Foulspiel)


ZuschauerInnen: 229


Bericht:

Wer hatte das gedacht? Niemand! Nur so kann man diesen Spieltagsbericht am besten eröffnen. Niemand, aber wirklich keiner, kam mit der Hoffnung auf auch nur irgendwas zu diesem Spiel. Klar war, wir mussten gewinnen. Unklar war, ob wir dazu in der Lage sein würden. Ein 0:1 im Hinspiel. Borea eigentlich eine gute Mittelfeld-Mannschaft. Und wer will schon im Stadt-Derby gerne Punkte herschenken. Dazu noch eine Mannschaft, gespickt mit Spielern, denen eine Abneigung gegen die Friedrichstadt quasi in die Wiege gelegt wurde und deren Klinge meist nich die feinste ist.


Der Spieltag begann mit einer kleinen Stadionführung für unsere Gäste vom Altonaer FC 1893 sowie einen kleinen Sponsorenpool. Zum HID-Spieltag wollte etwas geboten werden. Doch die Hauptdarsteller lieferten eine oskarreife Vorstellung, die das Vorprogramm komplett vergessen ließ. Nachdem die Friedrichstädter Trümmerberge bestiegen waren, mussten die Fahnen gehisst werden. 230 ZuschauerInnen bildeten zwar einen annehmbaren Rahmen, blieben dennoch etwas hinter der Erwartungen zurück.


Kaum war das Spiel angepfiffen, breitete sich die übliche Nervosität aus. Den Kopf zum Zigarette drehen schnell nach unten gesteckt, wetzelte es auch schon am Querbalken. Riesenchance durch unseren Youngster, verpasst. Kurzes Foto von der AFC-Fahne geschossen und ins Internet gepackt, raunte die Meute wieder. Noch einen Riesen vergeigelt. Jetzt, endlich mal freien Blick auf's Feld und was durfte man bestauen, Heino und Walle, letzterer mit Ball am Fuß, stürtzen einträchtig und mutterseelenallein auf des Gegners Hüter zu. Doch was macht der Heino da? Rennt im Abseits rum, macht einen Querpass unmöglich, und der Walle? Schießt den Schrapers an. Schade, schade, Marmelade.


Alles wie immer beim Club des Grauens. Denkste, Elf Minuten waren gespielt und Heino müllerte sich durch des Gegners Strafraum. Die orange gedressten Verteidiger zu Slalomstangen degradiert, zappelte der Ball im Netz. Jubel, Trubel, Heiterkeit. Naja, erstmal in Führung gegangen. Werden wir schon irgendwie vergeigen. Ist man ja vom Wurschtclub gewonnt. Grüße nach Wien ;). Aber dann, aber dann. Wir schreiben die 19. Minute nach dem Führungstreffer, El Capitan schlägt einen langen Ball, the incredible Heino startet durch, ersprintet sich die Murmel und wieder klingelt's. Yeah, Schnappatmung auf der Tribüne. Zwei Tore Heino, unser Fußballgott.


Doch die Jungs hörten nicht auf. Mit dem Pausentee, der Ball wird aus der Defensive geklärt, macht Heino den Ball an der Mittellinie fest und sieht wie Haase an ihm vorbeirauscht. Zack, wie in einem Batmancomic, Drehung, Zack, Pow, Steilpass. Hoppel im Sprintduell und läuft und läuft und läuft und zieht nach 40 Metern in den Strafraum, Waltschew postiert am langen Pfosten, komm Junge, bring den Querpass, denkste, Außenmauge, durch die Hosenträger von Schrapers, Haase, du abgezockter Hund! Das 3:0 mit dem Halbzeitpfiff. Ungläubige Blicke. Wat is mit Borea los? Unser Pressing, unser Pressing!!


Halbzeit Zwei beginnt fade. Der DSC erstmal darum bemüht kein Gegentor zu fangen. Das gelingt auch recht gut. Borea offensiv nicht anwesend, defensiv katastrophal. Einzige Boreachance resultiert aus einer kleinen Ungereimheit. Bei einem kleinen Geplänkel an der Seitenlinie wähnt sowohl der boreastische Angreifer, als auch der mohnrote Verteidiger Grahle den Ball im Aus, da keiner zum Ball geht, nimmt Marco ihn mit der Hand auf. Knut schrie sich noch die Seele aus der Kehle: "Mache weiter!". Doch es nützte nix. Der Schieri pfiff Freistoß. Die Hereingabe kann nicht richtig geklärt werden und ein Boreast kann ungedeckt zentral aus 16 Metern abschließen. Schulle reagiert glänzend. Pustekuchen!


Letztlich kümmert sich wieder der DSC um die Spielgestaltung. Angefeuert von einer kleinen Gruppe Reefugees, um deren Spielbesuch sich unser D-Jugend-Coach gekümmert hat und die jeden Ballkontakt euphorisch feiern, erspielen sich die Rothemden weiter Chancen. Zunächst düpiert Heino wieder zwei gegnerische Verteidiger und schiebt letztlich in die lange Ecke zum 4:0, ehe er nochmals eine hohe Eingabe mit der Fußspitze über den zu spät reagierenden Schrapers spitzelt. Viererpack. So ein Typ. Und wie die Tore fallen. Eine Mischung aus Christiano Ronaldo und Gerd Müller. Wurschteln, Stolpern, Zaubern.


Denn Endstand besorgt Maik Wetzorke, der eine weit geschlagene Flanke am langen Pfosten in die Kurze drückt. Richtig gut. Kopfball können wir also auch noch. Sein erstes Tor im mohnroten Dress! Und es hätte noch höher ausgehen können. Man bedenke die drei 100%igen zu Beginn des Spieles, einen setzt Waltschew aus Nahdistanz noch unglaublich über die Kiste. Aber wer will jetzt meckern.


Ein bisschen gejohlt wurde auch noch. Auch wenn der Mob schwer aus der Hüftsteife kam, wollte man doch den spät angereisten 2xMannBoreaAuswärtsUltras nicht die Show überassen. Erst feiern sie ihren Trainer beim Stand vom 5:0, ehe sie mit "Absteiger, Absteiger" rufen gegen die Heimmanschaft pöbelten. Zunächst bejubelter Erfolgstrainer wandte sich sofort zum eigenen Anhang, um verbal und per Scheibenwischergeste zu verdeutlichen, dass man beim Stand von 0:5 und einem Punkt Vorsprung das Maul nicht ganz so weit aufzureißen sollte. Die Mitgereisten Borea-Kutten nahmens gelassen und prosteten uns nach jedem Gegentreffer zu! Welch gesellige Kumpanen!


Eine Genugtuung war es, 25 Minuten vor Ende der Partie bereits guten Gewissens die "Derbysieger, Derbysieger"-Gesänge anstimmen zu können und ein fröhliches "Wir sind nur ein Volleyballverein" zu trällern. Am Ende wirklich überschäumend gute Stimmung, we sing halt nur when we wining. Schade, aber so ist's. Danke liebe Mannschaft für die tolle Leistung. Jetzt noch sieben Siege und der Klassenerhalt ist in trockenen Tucheln.


Bilder:

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Kommentare: 1
  • #1

    unbekannt (Dienstag, 21 April 2015 14:28)

    6:0 "mehr als ich mit einer Hand zeigen kann" :DD

 

Nächstes Spiel:

29. Oktober 2017, 11.00

SC Borea - Dresdner SC

Jägerpark
 

 

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FCO Neugersdorf II   2 (1)

 

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