4. Spieltag, Landesklasse Ost: SJ Chrósćicy 1981 - Dresdner SC 0:4 (0:1)

 

Aufstellung: Ahnert – Forgber, Niederlein, Nguyen, Sieradzki – Thomas (84. Joneleit), Deutschmann, Britschka, Wetzel, Hofmann (80. Herkt) – Pfitzner (70. Waltschew)

 

Tore: 0:1 Thomas (25. Min), 0:2 Wetzel (50. Min), 0:3 Hofmann (52. Min), 0:4 Thomas (55. Min)

 

ZuschauerInnen: 99

 

Bericht:

Im Nachgang liest sich der ganze Spaß wie eine absolut runde Sache. Der Sport-Club obsiegt triumphal im Sorbenland. Dabei sah das Ganze zunächst ganz anders aus. Die Jungs von der SG Crostwitz dominierten dank körperlicher Überlegenheit die ersten 25 Minuten der Partie gegen die mohnroten Gäste und erspielten sich drei richtige Hochkaräter. Das glitschige Geläuf machte den Gastierenden deutlich mehr Probleme als den Hausherren, die sonst scheinbar im ombotrohpen Hochmoor trainieren. Einen gefährlichen Fernschuß konnte Ahnert noch spektakulär raufäusten, andermals glänzte Maxxer mit einer championsleaguereifen Parade im 1:1 gegen einen freigespielten rot-weißen Angreifer, der aus geringer Distanz eigentlich nur noch einschieben brauchte, doch die linke Pranke unseres grün gekleideten Goalies schnellte nach oben, wie ein Flipperhebel auf Speed. Anhaltender Szenenapplaus! Wer nicht dabei war, wird es nicht verstehen! Dann war es soweit, der schier Unschlagbare schien geschlagen. Doch Zwergriese Sieradzki konnte am langen Pfosten auf der Linie rausköpfen! Unglaublich glücklich.

 

Dann Eckball vor der Crostwitzer Kop. Gerade noch Retter in höchster Not, jetzt der David Beckham der Landesklasse Ost: Olaf Sieradzki schlägt die Ecke gefährlich in den Raum zwischen Elfmeterpunkt und 6-Yard-Box. The incredible Robert Thomas entläuft all seinen unaufmerksamen Bewachern und beweist prächtige Kopfballfähigkeiten! Der Sport-Club führt! Jedna : Nulla schallte es aus der Lautsprecheranlage über den vom unangenehmen Duft des fauligen Feldes umwehten Rasenplatz. Zwar unverdient, aber danach kräht der Hahn! Hier ist es Dorf, hier will ich sein, raunt es Richtung glitzernder Bundesligatristesse.

 

Von nun an entwickelt sich ein unansehnliches Gekicke. Weder die Crostwitzer, noch die Mannen von Stefan Steglich wissen die Partie an sich zu reißen. Eine elendlige Schlammschlacht entwickelte sich vor allem im Mittelfeld, die wenig Torraumszenen produziert. Dafür ergaben sich zahlreiche Standartsituationen jenseits jeglicher Gefährlichkeit. Der Unparteiische prüft sein Arbeitsgerät im Auftrag der Stiftung Warentest auf Standfestigkeit. Der rutschige Untergrund gibt hierzu allerlei Anlaß, um das Rumgestolpere als freistoßwürdiges Foulgespiele zu interpretieren. Zum Glück war bald Halbzeit.

 

Die Sport-Club-Führung war reichlich Grund sich mit Gerstensaft zu versorgen! Ein Pivo bitte, dźakuju! Herrlich herzlich die Hausherren der sorbischen Minderheit. Nun konnte das  Fachgesimpel beginnen. Wie würde sich die Zweite Halbzeit gestalten? Drei Punkte zur Vergoldung des 7:2 im Heimspiel waren schließlich Pflicht.

 

Und als die Partie wieder angepfiffen wird, spielen die Mannen von Stefan Steglich groß auf. In der 50. Minute war es der riesig aufgelegte Robert Thomas, der sich unnachahmlich durchsetzen kann und einen gefährlichen Pass in den Fünfer spielt, Sieradzki verpasst und fälscht ab, doch Captain Wetzel steht goldrichtig und drückt das Leder über die Linie. Die in der Pause beschworene Sportclubviertelstunde nimmt ihren Lauf, dank ungekannter Effizienz reichen diesmal fünf Minuten um den Sack zu zu machen. Denn wieder wird der wieselflinke Wühler Thomas auf die Außenbahn geschickt. Diesmal darf das Sport-Club-Urgestein Hofmann nach Querpass am langen Pfosten den Ball über die Linie drücken.

 

Für das letzte Tor des Tages darf sich Mr. Unstopable selbst verantwortlich zeigen. Gleich drei in weiß gekleidete Defensivstatisten haben gegen den mohnroten Dribbelkünstler das Nachsehen, als Robert Thomas nach Schema F auf der Bahn geschickt diesmal höchstpersönlich einschiebt. Es ist ein Fest. Und die Blicke auf die Uhr verraten, dass noch 35 Minute zu spielen sind.

 

Doch der Sportclub verwaltet nun besser die gekonnt heraus gespielte Führung. Ahnert wehrt sehenswert einen Fernschuß ab und pariert abgezockt im 1:1 und sichert die Null!  In der Schlußviertelstunde bringt Coach Steglich noch die torhungrigen Herkt und Waltschew, die beide noch nach gut heraus kombinierten Chancen die Möglichkeit haben, sich in die Torjägerliste einzutragen, doch beide scheitern unglücklich am Schlußmann.

 

Es steht am Ende die Erkenntnis, dass alle Daumen gedrückt werden sollten, dass diese sympathischen Gastgeber die Klasse halten. In Crostwitz wird Gastfreundschaft groß geschrieben. Auch ohne den am Ende zu hoch ausgefallen Sport-Club-Sieg war diese Auswärtsfahrt ein echtes Highlight der letzten zehn Jahre! Ein über die Maßen faires Fußballpublikum begrüßte uns, es sei ihnen "eine Ehre" den Dresdner Sport-Club begrüßen zu können und es bleibt die Frage: Ist das hier noch Sachsen?

 

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Nächstes Spiel:

29. Oktober 2017, 11.00

SC Borea - Dresdner SC

Jägerpark
 

 

Letztes Spiel:

Dresdner Sportclub   3 (3)
FCO Neugersdorf II   2 (1)

 

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