22. Spieltag, Stadtoberliga Dresden: Dresdner SC 1898 - Post SV Dresden 4:0 (3:0)

Aufstellung: Schouppe – Jüptner, Long, Riedel, Sieradzki – Ismail, Wetzel, Hoffstadt, Forgber (75. Käseberg), Al Akied (57. Thomas) – Rösner (67. Jakobi)

 

Tore: 1:0 Rösner (5.), 2:0 Ismail (11.), 3:0 Ismail (41.), 4:0 Wetzel (85., FE)

 

ZuschauerInnen: 213

 

Bericht:

Derbysieger, Derbysieger! Obwohl diese Saison insgesamt über 20 Stadt-Derbys bereit hält, sind die Spiele gegen die Post immer etwas Besonderes. Allerdings nicht im positiven Sinne und es wird jedes Mal gehofft, dass die anstehende Begegnung bitte die letzte für die nächsten Jahrmillionen gewesen sein wird, immer unter der Bedingung in den kommenden Jahren über der Post zu stehen. Das galt vor allem für die Jahre nach dem Aufstieg der Schwarz-Gelben in die Landesliga. Von Vorfreude konnte auch im Bezug auf dieses West-Dresdner-Derby kaum die Rede sein. Warum und woher diese Rivalität kommt, weiß kein Mensch. Wahrscheinlich hat sie ihren Ursprung im anlaßlosen Hass, dem sich der Sportclub seitens der Cottaer von Anfang an ausgesetzt sah. Wobei anzumerken ist, dass auf schwarz-roter Seite alles dafür getan wurde, die Abneigung am Kochen zu halten.

 

Für die zwei Spiele der aktuellen Saison kann man der Mannschaft und dem Trainerteam kaum dankbar genug sein. Nach den beiden schändlichen letzten Aufeinandertreffen, und vor allem der Niederlage beim feststehenden Absteiger, waren die beiden Siege nicht nur eine Rehabilitation und eine Wohltat, sondern stehen symbolhaft für den neuen Sportclub. Während in den letzten Jahren zumeist die Post die aggressivere und willigere Truppe war, haben die 180 Minuten Derby-Fußball einen vollmotivierten und sportlich hochgradig überlegen Sportclub gezeigt. Hier sei nur daran erinnert, dass der Sieg im Hinspiel über einen großen Teil des Partie in Unterzahl errungen wurde.

 

Nach dem Spiel fielen die Analysen allerorts recht gleichlautend aus. Der Sportclub hat in den ersten 15 Minuten mit Powerfußball eine beruhigende Führung herausgespielt und die Post versuchte in Halbzeit zwo mit langen Phasen des Ball Hin- und Hergeschiebe in der eigenen Hälfte das Ergebnis im Rahmen zu halten. Der Sportclub riskierte Nichts und verwaltete die Partie souverän zu Ende. Des Coaches Freud ist des Fans Leid. Oder des Sportclub-Fans Freud ist die Wehklage. Es ist zum Haare raufen, diese Besessenheit von der Suche nach dem Haar in der Suppe. Ein Appell an den Coach: Gib dem gemeinen Fan Zeit, sich mit dem Erfolg zu arrangieren. Nach anhaltender Dürreperiode wirkt diese Siegesserie wie ein trojanisches Pferd. Aber auch dem Letzten dürfte oder sollte bald klar werden: es gibt keinen Haken! Am Wochenende kann die Meisterschaft und der erste Titel seit 20 Jahren Realität werden.

 

Ein großes Lob gilt auch dem Schiedsrichtergespann um Marko Schimanski. Dass die Partie letztlich derart friedlich über die Bühne ging, ist vor allem sein Verdienst. Der Referee ließ keinen Zweifel an seiner Autorität aufkommen und zeigte von Beginn an, wie und wo der Hase läuft. Mit körperliche Präsenz wusste er jede Rudelbildung im Keim zu ersticken und machte den Beteiligten mit klaren Ansprachen deutlich, wo er die Grenzen zu ziehen gedenkt.

 

Der heimliche Held dieser Partie war einer, der sich nicht so gerne im Rampenlicht tummelt und in der 75. Minute durch Martin Käseberg ersetzt wurde. In den 74 Minuten zuvor hatte sich Daniel Maschine Forgber im Mittelfeld abgekämpft und die Hacken wund gelaufen. Seine widerwillige Reaktion auf die Auswechlung spiegelte wieder, wie wohltuend dieser Triumph für die gepeinigte Sportclub-Seele war.

 

Natürlich hat die Partie auch seine offiziellen Helden. Zum einen Franz Rösner, der auf seine unnachahmliche Art und Weise nach fünf gespielten Minuten die Führung besorgte.  Hoher Druck durch frühzeitiges Anlaufen führten zur schnellen Balleroberung und -behauptung durch Timo Hoffstadt während des Spielaufbaus der Post, Hoffstadt spielt den Ball mit der Außenmauge gekonnt in die Spitze, wo Rösner mit einem wunderbaren ersten Ballkontakt mit dem rechten Fuß und einem explosiven Antritt sowohl Innenverteidiger als auch Torwart alt aussehen lässt. Mit Links schiebt "Rösse" den Ball ins leere Tor. Nach elf Minuten ist unsere syrische Flügelzange zur Stelle. Erneut leitet Kapitän Hoffstadt den Angriff ein, zur Abwechslung mit einem langen Ball auf Adip Al Akied, der frei durch ist und eigentlich selber abschließen müssten, allerdings ganz selbstlos quer in den Rücken von Ahmad Ismail legt, der diesen unmöglichen Ball aus der Drehung wunderbar in die Lange vollendet.

 

Dank fupa.tv lässt sich das traumhafte 3:0 für den Sportclub noch einmal anschauen. Vorraus gegangen war dem Tor eine ansehnliche Ballstaffete des Sportclubs in der eigenen Hälfte, mit der sich die Jungs aus der schwarz-gelben Umklammerung befreiten. Al Akied spielt schließlich auf Julius Wetzel, der sich in rückwärtiger Position zum gegnerischen Tor mit einer Ballmitnahme zum Ohren schlackern eine ausgezeichnete Ausgangslage verschafft. Aufdreht hat der junge Mann das Spielfeld vor sich und bedient Ismail, der sich ebenfalls mit einer tollen Ballmitnahme mit Köpfchen im 1:1 gegen seinen schwarz-gelben Bewacher durchsetzt und seine Qualitäten als "clinical Striker" unter Beweis stellt. Damit war die Partie nach 41 Minuten gegessen.

 

Mit der Hereinnahme von Robert Thomas für Al Akied kam nochmal etwas Bewegung ins Spiel, der nach überstandener Verletzungspause vom gewohnten Torhunger geplagt wird. In der 85 Minute taucht Mr.-Technisch-Beschlagen gefährlich im Straumraum der Gäste auf und kann nur mit zwei Foulspiels daran gehindert werden, sein Tor zu erzielen. Trotz des regelwidrigen Einsteigens lässt sich Sportsman Thomas nicht fallen und kommt sogar zum Abschluß. Herrausragende Entscheidung des Referees hier, den Ausgang der Situation abzuwarten und dann auf Strafstoß zu entscheiden. Julius Wetzel vollstreckt abgezockt.

 

Ein perfekter Schlußpunkt unter eine meisterhafte Leistung der Truppe von Coach Wege. Bekleitet von 90 Minuten Dauersupport der mohnroten Anhängerschar. Von Brehna lernen, heißten supporten lernen! Danke Jungs und Mädels!

 

Am Wochenende geht's für den Sportclub in die Decision Days mit dem VfB Hellerau-Klotzsche. Beim Auswärtsspiel an der Karl-Liebknecht-Straße kann der Sportclub die Meisterschaft mit einem Sieg perfekt machen, ehe es eine Woche später an der Bodenbacher Straße, erneut gegen den VfB Hellerau-Klotzsche, ums Double geht! Es werden spannende Tage!

 

Bilder:

 

Nächstes Spiel:

26.05. - 16:00

SV Eintracht Dobritz (H)

 

Letztes Spiel:

Dresdner SC
  2 (2)
VfB Hellerlau-Klotzsche
  0 (0)

 

Links: